20. Januar 2015

Katastrophenvorsorge in Indien

Die indischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Maharashtra sind oft von extremen Naturereignissen betroffen: Während es in Uttar Pradesh insbesondere Überschwemmungen sind, die die Bevölkerung bedrohen, ist Maharashtra häufig von Dürren betroffen. AWO International führt zusammen mit den langjährigen Partnerorganisationen MSS und AFARM zwei neue Katastrophenvorsorgeprojekte durch, die sich an marginalisierte und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen richten.

Überschwemmungen in Uttar PradeshÜberschwemmungen in Uttar Pradesh (Foto: AWO International)

Katastrophenvorsorge nimmt einen immer wichtigeren Platz in der humanitären Arbeit von AWO International ein, denn durch Vorsorge lassen sich die Risiken von extremen Naturereignissen mindern. Mit zwei neuen Projekten in Indien wird AWO International gemeinsam mit Partnerorganisationen AFARM und MSS die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Gemeinden gegenüber Überschwemmungen und Dürren stärken. Insgesamt 11.000 Menschen werden von den beiden neuen Projekten profitieren.

Die Folgen von extremen Naturereignissen nehmen je nach Region verschiedene Formen an: Während es im Bundesstaat Uttar Pradesh insbesondere Überschwemmungen sind, die enorme Schäden anrichten, sind es in Maharashtra extreme Dürren, die die Felder und damit Lebensgrundlage vieler Kleinbäuerinnen und -bauern zerstören -  einige von ihnen begingen aus Verzweiflung Selbstmord. Besonders gefährdet sind marginalisierte und arme Bevölkerungsgruppen.

Vorsorge- und Bildungsprojekte von AWO International

Das Vorsorgeprojekt in Uttar Pradesh wird gemeinsam mit der langjährigen Partnerorganisation MSS durchgeführt, mit der AWO International bereits im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit kooperiert. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der benachteiligten Musahar-Gemeinden bei Naturkatastrophen zu stärken. Durch Sensibilisierungsmaßnahmen soll zunächst das Verständnis für Katastrophenvorsorge verbessert werden, denn oft ist mangelnde Vorsorge die Ursache dafür, dass aus einem extremen Naturereignis eine Katastrophe wird. Vertreter/innen der Gemeinden erhalten Schulungen in Erste-Hilfe, in der Erarbeitung von Notfall- und Evakuierungsplänen und/oder Schulungen im Bereich Hygiene, damit sie in solchen Situation adäquat reagieren können. Das Projekt erreicht insgesamt 9.500 Menschen, vorwiegend besonders benachteiligte Musahar.

In der von Dürren bedrohten Region Beed in Maharashtra konzentrieren sich die Maßnahmen insbesondere darauf, die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden durch dem Klimawandel angepasste Ansätze zu stärken (Climate Change Adaption, CCA). Dazu gehören zum Beispiel die Einrichtung eines adäquaten Boden- und Wasserschutzprogramms, lokale Anpassungspläne, landwirtschaftliche Ausbildungs- und Beratungsprogramme und die Förderung von nachhaltiger Landwirtschaft durch ökologischen Anbau und LEISA-Techniken (Low External Input Sustainable Agriculture). Zudem werden die Gemeinden durch Advocacy-Maßnahmen gestärkt, damit sie ihre Interessen gegenüber staatlichen Institutionen besser vertreten und an relevanten Regierungsprogrammen teilnehmen können. Das Projekt richtet sich an 250 gefährdete Haushalte in Maharashtra (etwa 1.530 Personen), und wird von der Partnerorganisation AFARM durchgeführt.

Wie auch in den Entwicklungsprojekten von AWO International adaptieren beide Vorsorgeprojekte den Ansatz der Sozialstrukturförderung, um die Gemeinden nachhaltig und effektiv zu stärken, und nutzen dabei die Synergien bereits bestehender Sozialstrukturen und Netzwerke laufender Projekte. Die Projekte werden mit Mitteln von Aktion Deutschland Hilft unterstützt.

Mehr Informationen zu den humanitären Hilfsprojekten von AWO International gibt es hier.

 

 

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