11. August 2017

Internationaler Tag der Jugend: Partizipation von Jugendlichen stärken!

Am 12. August 2017 findet der 17. Internationale Tag der Jugend statt: Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten werden Jugendliche unserer Partnerorganisationen aus Mittelamerika und Mexiko für ihre Rechte protestieren und ihre Forderungen an die Politik übergeben.

Am Internationalen Tag der Jugend machen Jugendliche auf ihre Bedürfnisse aufmerksam.Am Internationalen Tag der Jugend machen Jugendliche auf ihre Bedürfnisse aufmerksam. (Foto: CANTERA)

Etwa 3,1 Milliarden Menschen weltweit sind jünger als 24 Jahre alt, rund 90 Prozent leben in Entwicklungsländern. Viele von ihnen in Konflikt- und Krisengebieten. Umso wichtiger ist es, die Bedürfnisse und Ideen Jugendlicher in Friedens- und Sicherheitsfragen einzubeziehen. „Youth Building Peace“ lautet das Motto des 17. Internationalen Tag der Jugend und setzt damit ein Zeichen für mehr politische Partizipation von Jugendlichen in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen.

„Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern“ – so lautet auch das 16. Ziel der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Hinter diesem Ziel verbirgt sich nicht nur die Teilhabe Jugendlicher in politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen, sondern auch der Zugang zu guter Bildung, einem Gesundheitssystem und der Möglichkeit, sich frei entwickeln zu können.

Alarmierende Zahlen in Mittelamerika und Mexiko

In vielen Regionen der Welt ist die Lebensrealität für Jugendliche eine andere: In Mexiko arbeiten 60 Prozent der Bevölkerung im informellen Sektor, darunter viele Jugendliche, die sich beispielsweise mit dem Verkauf von Lebensmitteln auf der Straße ein minimales Einkommen sichern. Innerhalb von vier Jahren sind in Guatemala 24.685 Jugendliche ums Leben gekommen. Die Mehrheit der Todesfälle ist auf Gewaltverbrechen zurückzuführen.Schätzungsweise 30.000 Jugendliche in El Salvador sind Mitglied in einer Jugendbande – eine sehr hohe Zahl, aber die Mehrheit der Jugendlichen ist von der Gewalt der sogenannten „maras“ selbst betroffen.

Etwa 67 Prozent der honduranischen Bevölkerung lebt in Armut, 52 Prozent sogar in extremer Armut. „Wir studieren in der Hoffnung, dass wir später eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und uns so aus der Misere raus arbeiten können. Aber wenn wir erst einmal unseren Abschluss in der Tasche haben, suchen wir vergeblich nach Jobs. Um dieser Situation zu entkommen, migrieren wir, denn unsere Chancen in den USA sind größer als in Honduras“, berichtet Carolina aus Caracol in Honduras. In Nicaragua wurden in den vergangenen zehn Jahren etwa 1.600 minderjährige Schwangerschaften dokumentiert, die aus Sexualverbrechen hervorgegangen sind. Die Dunkelziffer liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit weitaus höher. Es sind alarmierende Zahlen, die jedoch nur einen kleinen Einblick in das Leben der Jugendlichen in Mittelamerika und Mexiko geben.

Forderungen der Jugend zum Internationalen Tag der Jugend

Seit 2007 führt AWO International mit lokalen Partnerorganisationen ein Regionalprogramm zur Gewaltprävention und Förderung von Jugendlichen in Mittelamerika und Mexiko durch, um die Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu fördern. Hierzu werden zum Beispiel Jugendorganisationen und -netzwerke gestärkt, damit Jugendliche die Möglichkeit haben, ihre Interessen zu bündeln und ihre Forderungen als geschlossene Gruppe an politische Entscheidungsträger*innen heranzutragen.

Hierfür nutzen die Jugendlichen auch den Internationalen Tag der Jugend: Zahlreiche Aktivitäten werden von den Jugendlichen unserer Partnerorganisationen CJGD aus Mexiko, ACCSS, SODEJU aus Guatemala, ACISAM aus El Salvador, OCDIH aus Honduras und CANTERA aus Nicaragua am 12. August umgesetzt. Die Bandbreite reicht von Demonstrationen, Sportveranstaltungen, Jugendfestivals, Filmvorführungen sowie Treffen mit Abgeordneten auf kommunaler und nationaler Ebene, um ihnen ihren Forderungskatalog zu überreichen. Zentrale Forderung der Jugendlichen ist die Verabschiedung beziehungsweise Umsetzung einer nationalen Jugendgesetzgebung. Sie verlangen, im nationalen Haushalt stärker berücksichtigt zu werden, um so die Investitionen in die Jugend zu steigern – in Bildung, Gesundheit sowie in den Arbeitsmarkt zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Denn nur wenn sie gefördert werden, können sie als aktive junge Bürger*innen einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und damit zum 16. Ziel der Agenda 2030 der Vereinten Nationen leisten.

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