26. Februar 2015

Inklusive Katastrophenvorsorge in Guatemala

Menschen mit Behinderungen sind besonders gefährdet bei extremen Naturereignissen - insbesondere Kinder und Jugendliche sind den Folgen einer Naturkatastrophe schutzlos ausgeliefert. AWO International unterstützt in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen ein Projekt zur inklusiven Katastrophenvorsorge in Guatemala.

Gespräch mit der Zielgruppe des neuen Projektes.Gespräch mit der Zielgruppe des neuen Projektes. (Foto: AWO International)

Menschen mit Behinderungen haben es in Guatemala schon im Alltag schwer. Bei Naturkatastrophen sind sie besonders gefährdet, da kaum auf ihre Bedürfnisse geachtet wird. „Mit dem neuen Vorsorgeprojekt, das wir gemeinsam mit dem lokalen Netzwerk ACOPEDIS und dem ASB durchführen, wollen wir Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und ihre Familien dabei unterstützen, besser auf extreme Naturereignisse vorbereitet zu ein und somit das Risiko minimieren”, berichtet Frank Roger. Er ist Referent für humanitäre Hilfe bei AWO International und gerade vor Ort am Atitlan See, um sich über das neue Projekt auszutauschen.

Schulungen und Fortbildungen für Angehörige und Lehrer*innen

Im ersten Schritt werden Fortbildungsteams zusammengestellt. Das sind Spezialisten aus verschiedenen Bereichen wie zum Beispiel Psychologen, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten. In enger Absprache mit den Familien arbeiten sie Schulungs- und Fortbildungsmaterialien aus, die angepasst sind an die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung. In den Fortbildungskursen wird es dann konkret: In Gruppen üben Kinder und ihre Eltern ein, wie sie adäquat in Notsituation reagieren. Gemeinsam werden Notfallpläne erarbeitet und Risiken besprochen. “Neben den Fortbildungen für die Familien sensibilisieren wir auch das Umfeld der Kinder. Wir führen Fortbildungen für Lehrer/innen und für lokale Behörden durch”, so Frank Roger.

“Das Leben vieler Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Guatemala ist geprägt von Scham und Angst; oftmals werden die Kinder versteckt oder gar angebunden”, berichtet Karin Eder, Büroleiterin von AWO International in Guatemala, “da macht es Mut, wenn man junge Menschen trifft, die sich für mehr Inklusion einsetzen.” Wie zum Beispiel der Sportlehrer Juan Emilio, der Eltern immer wieder motiviert, ihre Kinder zur Schule zu schicken und begeistert über seine Erfolge berichtet: „Einer meiner Schüler hat eine geistige Behinderung. Ich habe ihn als Torwart im Handball-Team eingesetzt und er hat den entscheidenden Wurf gehalten, so dass wir gewonnen haben!“. Auch von dem Vorsorgeprojekt ist Juan Emilio begeistert: „Es ist toll, dass es ein Programm gibt, das auf die Bedürfnisse der Kinder mit Behinderungen eingeht!“

Was Sie auch interessieren könnte