29. September 2017

Hilfe für geflüchtete Rohingya in Bangladesch

700.000 Rohingya sind in den letzten Wochen vor Gewalt und Verfolgung aus ihrer Heimat Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen. Es sind vor allem Frauen, Kinder und alte Menschen, die Schutz suchen. Sie kommen in überfüllten Flüchtlingslagern an, die Überschwemmungen durch den Monsun verschärfen die Lage. AWO International hat 75.000 Euro für Nothilfemaßnahmen bereitgestellt.

700.000 Rohingya sind in den letzten Wochen vor Gewalt und Verfolgung aus ihrer Heimat Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen. (Foto: AWO International)700.000 Rohingya sind in den letzten Wochen vor Gewalt und Verfolgung aus ihrer Heimat Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen. (Foto: AWO International)

Etwa 800.000 Muslime leben im Westen Myanmars. Die meisten von ihnen bezeichnen sich als Rohingya und werden schon seit Jahrzehnten diskriminiert. Im August 2017 eskalierte die Gewalt, Hunderttausende mussten fliehen. Die Übergangslager in Bangladesch sind komplett überfüllt. Die meisten Flüchtlinge haben kein Dach über dem Kopf, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, leiden an Hunger und sind traumatisiert. Der Ausbruch von Lungenentzündungen, Fieber- und Durchfallerkrankungen wird befürchtet.  Gemeinsam mit unserem Bündnis Aktion Deutschland Hilft rufen wir zu Spenden auf, um den Menschen in Not zu helfen, und haben umgehend 75.000 Euro für Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Schnelle Hilfe für Geflüchtete

„Wir beobachten die Lage bereits seit einigen Wochen und stehen im engen Kontakt mit unseren Partnerorganisationen. Jetzt, wo die Situation eskaliert, können wir schnell reagieren“, so Manuel Palz, Leiter unseres Südasienbüros. „Unsere Partnerorganisation verteilt Nahrungsmittel wie zum Beispiel Reis und Trockennahrung, Trinkwasser Zeltplanen, Hygiene-Sets, Matratzen und Küchenutensilien an die betroffenen Menschen südlich von Cox´s Bazar“.  

50 freiwillige Helfer*innen errichten Notunterkünfte, damit die Menschen ein Dach über dem Kopf haben, und installieren Handpumpen, um die Wasserversorgung in den Lagern sicherzustellen. Die sanitäre und hygienische Situation in vielen Lagern ist prekär, deswegen bauen die Helfer*innen provisorische Toiletten auf und verteilen Hygienartikel an die Geflüchteten.

Mein Mann und mein Sohn wurden vor unseren Augen ermordet. Ich habe alles verloren. Mit meinen Kindern haben wir es irgendwie geschafft hierher zu kommen. Wir haben überlebt. Sie sind meine Hoffnung.

„Die Not in den Lagern ist sehr groß“, berichtet Mohammad Helal Uddin von unserer Partnerorganisation, „Die Menschen und vor allem die Frauen und Kinder kommen sehr geschwächt und krank hier in den Lagern an. Unsere Mitarbeiter*innen bereiten jeden Tag  warme Mahlzeiten für 1.000 Personen. Für Kleinkinder und Babys stellen wir spezielle Babynahrung zur Verfügung.“  Insgesamt betreut unsere Partnerorganisation derzeit 12.000 Menschen.

„Es handelt sich hier um eine verheerende humanitäre Katastrophe. Hunderttausende Menschen suchen Schutz und benötigen akut Hilfe. Daher unterstütze ich ausdrücklich den Spendenaufruf von Aktion Deutschland Hilft für die Flüchtlinge in Myanmar und Bangladesch. Die Organisationen des Bündnisses sind in Myanmar und Bangladesch zum Teil seit langer Zeit tätig und können auch unter den erschwerten Bedingungen Hilfe leisten“, sagt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Kuratoriumsvorsitzender des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft. UN-Generalsekretär  António Guterres sprach kürzlich von der sich „weltweit am schnellsten entwickelnden Flüchtlingskrise und einem humanitären Alptraum“.

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende!

Stichwort: Hilfe für Rohingya- Bangladesch/Myanmar
IBAN: DE83 1002 0500 0003 2211 00

AWO International ist Mitglied von Aktion Deutschland Hilft, dem Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten.

Aktualisiert am 13.10.2017

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