05. Februar 2016

Hilfe für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Der Seeweg über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Mehr als 3.700 Menschen sind 2015 laut UN bei dem Versuch über das Mittelmeer zu fliehen ums Leben gekommen. AWO International unterstützt die Initiative SOS Mediterranee. Sie hat sich im Mai 2015 gegründet, um in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten.

Hilfe für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer: AWO International unterstützt SOS MediterraneeDie Aquarius ist auf dem Weg ins Mittelmeer, um in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten (Foto: AWO International)

Es ist eine humanitäre Tragödie, die sich an den Grenzen Europas abspielt. Zwischen 2010 und 2014 sind bereits sind mehr als 23.000 Menschen gestorben. 2015 sind laut UN etwa 3.700 Menschen ums Leben gekommen. Dies hat eine Gruppe europäischer Bürgerinnen und Bürger dazu bewogen, im Mai 2015 die Initiative SOS MEDITERRANEE zu gründen. Ziel ist es, in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten.

Um schnellstmöglich in See zu stechen, wurden verschiedene Schiffe in Betracht gezogen. Die MS Aquarius – ein ehemaliges Fischereinutzboot mit einer Länge von 77 Metern, zwei schnellen Beibooten und Unterbringungskapazitäten für bis zu 500 Personen – erfüllt alle Anforderungen an ein ganzjährig einsetzbares Rettungsschiff.

Im Januar war es soweit: Mit Unterstützung von AWO International kann die MS Aquarius für zunächst drei Monate gechartert werden. Gerade jetzt in den Wintermonaten sind die Überfahrten besonders gefährlich. Die Rettungseinsätze werden vor allem zwischen Sizilien, Lampedusa und Libyen stattfinden und erfolgen in enger Abstimmung mit der italienischen Rettungsleitstelle (Maritime Rescue Coordination Center/ MRCC).

„Europa ist in seinem Herz verwundet. Es fehlt eine gemeinsame europäische Seenotrettung, so wie es sie In Deutschland für die Nord- und Ostsee seit 150 Jahren gibt. Wir als Zivilgesellschaft wollen einen Beitrag leisten, um dem Sterben im Mittelmeer ein Ende zu bereiten“, sagt Kapitän Vogel bei der offiziellen Verabschiedung der Aquarius am 4. Februar in Bremerhaven. Als Kooperationspartner war auch AWO International dabei: „Tausende Menschen fliehen vor Krieg und Gewalt und sterben, weil Europa wegsieht. Es ist unsere humanitäre Pflicht, diesen Menschen zu helfen. Deshalb unterstützen wir SOS MEDITERRANEE. Ich wünsche Kapitän Vogel und seinem Team alles Gute“, so Ingrid Lebherz, Geschäftsführerin von AWO International.

„Diese Rettungsmission ist ein erster Schritt. Unser Ziel ist es, eine langfristige zivile Seenotrettung im gesamten Mittelmeer aufzubauen“, so Vogel. Am 25. Februar wird die MS Aquarius Lampedusa erreichen und von dort aus in den Einsatz starten.

AWO International ist Mitglied im Bündnis Aktion Deutschland Hilft. Das Projekt wird aus Spendenmitteln von AWO International und mit Mitteln von Aktion Deutschland Hilft „Einsatzfall Flüchtlinge“ unterstützt.