12. Dezember 2016

Global Forum on Migration and Development

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka fand vom 10. bis zum 12. Dezember das „ Globale Forum für Migration und Entwicklung (GFMD)“ statt. Im Vorfeld fand eine zweitägige Veranstaltung für Repräsentant*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen in Dhaka statt, an der auch Partnerorganisationen von AWO International sowie eine Mitarbeiterin des Regionalbüros Südasien teilnahmen.

Im Vorfeld des GFMD fand eine zweitägige Veranstaltung, ausschließlich für Repräsentant*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen, in Dhaka statt.Im Vorfeld des GFMD fand eine zweitägige Veranstaltung, ausschließlich für Repräsentant*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen, in Dhaka statt. (Foto: AWO International)

Unter dem Motto „Migration und nachhaltige Entwicklung für alle: hin zu einer transformative Migrationsagenda“ trafen sich zum neunten Mal Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und offizielle Delegierte aus über 120 Ländern der Welt, um gemeinsam über eine inklusive und nachhaltige Entwicklungsstrategie zu beraten. Ebenfalls anwesend waren Vertreter*innen der Wirtschaft und der Vereinten Nationen (UNO), die dieses Forum in Anbetracht steigender Migrantenzahlen und zunehmenden Globalisierungstendenzen bereits 2006 in der Vollversammlung der UNO ins Leben riefen.

Dieses Jahr diskutierten die Vertreter*innen hauptsächlich zwei zukunftsrelevante Fragen: Zum einen wurde die Frage nach einer gerechten Verteilung der jährlich wachsenden Flüchtlingszahlen diskutiert, zum anderen wie sichere und geregelte Migrationsstrategien gefördert werden können. Von großer Bedeutung wird zukünftig die Frage des Schutzes der sich auf der Flucht oder Migration befindenden Personen sein und wie diese in den Zielländern besser in die Gesellschaft integriert werden können. Unter den Eindrücken der zunehmenden Todesfälle, verursacht durch gravierende Menschenrechtsverletzungen von Schmugglerbanden, wurde außerdem festgehalten, dass alle sich auf der Flucht oder Migration befindende Personen unter dem Schutz der universell geltenden Menschenrechte stehen. Kritisiert wurde des Weiteren, dass die Themen Flucht und Migration zunehmend politisiert und durch die Nationalstaaten instrumentalisiert werden.

Gerechte Migrations- und Entwicklungspolitik

Bereits im Vorjahr konnte ein kleiner, wenn auch noch bescheidener Durchbruch, erzielt werden: erstmals wurde der Beitrag von Migrant*innen für nachhaltigen Wachstum anerkannt. Ebenfalls von der UNO-Vollversammlung die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (SDG) verabschiedet. Ab 2016 sollen die SDGs der global geltende Rahmen für nationale und internationale Bemühungen im Bereich nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung sein. Zu den 17 Hauptzielen der Agenda 2030 zählen auch fünf Ziele, die sich direkt auf die Rechte und den Schutz von Migrant*innen beziehen.

Im Vorfeld des GFMD fand eine zweitägige Veranstaltung, ausschließlich für Repräsentant*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen, in Dhaka statt, an der auch Partnerorganisationen von AWO International sowie eine Mitarbeiterin des Regionalbüros Südasien teilnahmen. Unter dem Banner „Zeit zum Handeln: eine gerechte Migrations- und Entwicklungspolitik in unseren Gemeinden und über Grenzen hinweg“ diskutierten die Teilnehmer*innen zukunftsfähige Konzepte der Migrationspolitik. Ihre Ideen und Empfehlungen wurden während des GFMD aufgegriffen und weiter diskutiert. Im nächsten Jahr wird das Forum in Deutschland ausgerichtet. Gemeinsam mit Marokko wir die Bundesrepublik den Vorsitz einnehmen.

Was Sie auch interessieren könnte