25. August 2015

Erdbeben Nepal: Gemeinsam gegen Menschenhandel

Gemeinsam mit den Partnerorganisationen Maiti und Pourakhi organisierte AWO International einen Workshop zum Thema Menschhandel, um weitere zivilgesellschaftliche Organisationen zu motivieren, die Kampagne gegen Zwangsmigration und Menschenhandel zu unterstützen. Insgesamt 52 Personen aus 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen nahmen teil. Die Fälle von Menschenhandel und Zwangsmigration haben sich nach dem Erdbeben erhöht.

Erdbeben Nepal: Gemeinsam gegen Menschenhandel (Foto: AWO International)Erdbeben Nepal: Gemeinsam gegen Menschenhandel (Foto: AWO International)

Das schwere Erdbeben in Nepal und die zahlreichen Nachbeben haben die Lebensgrundlage von Millionen Menschen zerstört. Viele haben kein Einkommen mehr, um ihre Familien zu versorgen. In dieser ausweglosen Situation ist Arbeitsmigration eine Strategie vieler Familien. Die Ausreise erfolgt häufig auf unsicheren Wegen über dubiose Mittelsmänner und endet nicht selten in Abhängigkeitsverhältnissen, Ausbeutung und Menschenhandel. Insbesondere junge Frauen und Mädchen sind betroffen: Die Schlepper versprechen ihnen und ihren Familien, dass sie im Ausland Geld verdienen können, und landen oftmals in indischen Bordellen. Die Grenzbeobachtungsposten und Beratungsstellen von MAITI Nepal identifizierten seit dem Erdbeben 745 Fälle von potentiellem Menschenhandel.

Bereits kurz nach dem Erdbeben hat AWO International zusammen mit den Partnerorganisationen Maiti Nepal und Pourakhi eine große Aufklärungskampagne gestartet, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Große Warntafeln an Grenzübergängen, Busbahnhöfen und anderen stark frequentierten Plätzen wurden errichtet, Sensibilisierungsaufkleber in öffentlichen Verkehrsmitteln platziert und zehntausende leicht verständliche Informationsbroschüren an besonders gefährdete Haushalte verteilt. Zudem betreiben Pourakhi und Maiti Nepal Beratungshotlines für Arbeitsmigranten/innen und für Opfer des Menschenhandels. Die Informationen kommen bereits in 31 Distrikten zum Einsatz. Mittlerweile haben das IOM (Internationale Organisationen für Migration) und das Kinderhilfswerk UNICEF die Materialien nachgedruckt. Yoko Kimura, Koordinatorin des nepalesischen IOM-Programms gegen Menschenhandel wies darauf hin, dass weltweit über 70 Prozent des Menschenhandels im Kontext von Zwangsarbeit erfolgt und lobte die von AWO International gestartete Initiative. AWO International ist auch auf indischer Seite aktiv und fördert mit Hilfe der Partnerorganisation MSS-Seva Aufklärungskampagnen und Schulungen der indischen Grenzpolizei SSB.

Am 19. August luden AWO International, MAITI und POURAKHI zu einem Vernetzungsworkshop zum Thema „Menschenhandel und Zwangsmigration nach dem Erdbeben in Nepal“ ein. Insgesamt 52 Personen aus 30 zivilgesellschaftlichen Organisationen nahmen teil. Aktuelle Entwicklungen wurden präsentiert und Erfahrungen ausgetauscht. Felix Neuhaus, Büroleiter von AWO International in Nepal, stellte die Aufklärungsmaterialien allen Organisationen zu freien Verfügung und motivierte alle Teilnehmer, die bereitgestellten Materialien bei der Verteilung von Hilfsgütern und bei Projektbesuchen anzuwenden. „Viele unserer Kolleginnen und Kollegen werden in ihren Projekten die Sensibilisierungsmaterialien einsetzen. Gemeinsam werden wir gegen Menschenhandel und Zwangsmigration in Nepal vorgehen“, so Felix Neuhaus.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern sowie unseren Unterstützerinnen und Unterstützern! Mit ihrer Hilfe konnten wir mehr als 50.000 Menschen in Not erreichen.

Die informative Dokumentation EATHQUAKE RESPONSE NEPAL können Sie hier herunterladen.

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