22. April 2016

Ein Jahr nach dem Erdbeben in Nepal

Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 auf der Richterskala Nepal. Ein schweres Nachbeben folgte am 12. Mai. Die Beben hinterließen verheerende Schäden. Millionen von Menschen verloren ihre Lebensgrundlage. AWO International leistete umgehend Nothilfe und ist weiterhin vor Ort.

Ein Jahr nach dem Erdbeben: Insgesamt 50.000 Menschen wurden unterstützt.Ein Jahr nach dem Erdbeben: Insgesamt 50.000 Menschen wurden unterstützt. AWO-International- Mitarbeiter bei einer Verteilung. (Foto: AWO International)

Vor einem Jahr bebte die Erde in Nepal und hinterließ verheerende Schäden. Fast 9.000 Menschen kamen ums Leben, mehr als 600.000 Häuser wurden komplett zerstört. Millionen von Menschen verloren ihre Lebensgrundlage. AWO International arbeitet seit vielen Jahren mit lokalen Partnerorganisationen in Nepal zusammen und leistete umgehend Nothilfe. Insgesamt 50.000 Menschen wurden mit dringend benötigten Hilfsgütern versorgt, 7.500 Übergangsunterkünfte wurden aufgebaut. In sieben Dörfern rund um das Kathmandu-Tal werden Betroffene psychosozial betreut.

Bereits kurz nach dem Beben haben uns Partnerorganisationen berichtet, dass die Fälle von Mädchenhandel massiv gestiegen sind. Während die Nothilfemaßnahmen für die Erdbebenopfer in vollem Gange waren, hat AWO International zusätzlich eine nepalweite Aufklärungskampagne zum Thema Menschenhandel und Migration gestartet. An Grenzstationen, Busbahnhöfen und anderen zentralen Orten wurden große Warntafeln installiert zehntausende Informationsbroschüren wurden landesweit in betroffenen Regionen verteilt, in öffentlichen Verkehrsmitteln wurden Aufkleber angebracht. Zahlreiche Organisationen haben die Materialien mittlerweile nachgedruckt. An der indisch-nepalesischen Grenze werden neben den Aufklärungskampagnen zusätzlich Schulungen für die Grenzpolizisten durchgeführt, damit diese potentielle Opfer von Menschenhandel rechtzeitig erkennen und in Sicherheit bringen können.

Aufklärung zu sicherer Migration

Mitten im zentralen Busbahnhof von Kathmandu steht ein Informationsstand von AWO International. Dort beraten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Organisation Pourakhi Menschen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben das Land verlassen wollen, um im Ausland zu arbeiten. „Es geht nicht darum, zu verhindern, dass Menschen migrieren“, so Ines Budarick, Büroleiterin von AWO International in Kathmandu, „vielmehr möchten wir mit Beratungen und Informationen dazu beitragen, dass Menschen eine informierte Entscheidung treffen und gegebenenfalls sicher migrieren.“ Denn viel zu häufig erfolgt die Ausreise auf unsicheren Wegen über dubiose Mittelsmänner und endet nicht selten in Abhängigkeitsverhältnissen, Ausbeutung und Menschenhandel.

Der Wiederaufbau in Nepal geht aufgrund der politischen Situation nur schleppend voran. Die staatliche Koordinierungsstelle für den Wiederaufbau hat erst im Januar 2016 die Arbeit aufgenommen und ist weiterhin personell unterbesetzt. Wegen eines Streits um die neue Verfassung in Nepal hat die indische Regierung zudem die Grenzen blockiert, so dass wichtige Importe wie Treibstoff und Baumaterialien nicht die Grenzen passieren können und damit den Wiederaufbau verzögern.

In Nepal treten weiterhin regelmäßig Nachbeben auf. AWO International wird sich daher 2016 auf die Katastrophenvorsorge im Erdbeben-Kontext konzentrieren.

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