04. August 2015

Aktionen zum Welttag gegen Menschenhandel

Mit zahlreichen Demonstrationen, Kultur- und Interaktionsprogrammen machten AWO International und Partnerorganisationen in Bangladesch, Indien und Nepal am 30. Juli auf den alarmierenden Anstieg von Menschenhandel aufmerksam. AWO International geht mit mehreren Projekten gegen Menschenhandel und unsichere Migration vor. Drei neue Projekte wurden im Juli gestartet.

Mit einer Rallye machten die Teilnehmer/innen auf die Gefahr des Menschenhandels aufmerksam. (Foto: AWO International)Mit einer Rallye machten die Teilnehmer*innen auf die Gefahr des Menschenhandels aufmerksam. (Foto: AWO International)

Menschenhandel zerstört das Leben von Millionen von Menschen, besonders betroffenen sind Frauen und Kinder. Mit zahlreichen Aktionen haben AWO International und Partnerorganisationen in Bangladesch, Indien und Nepal am Welttag gegen Menschenhandel auf den alarmierenden Anstieg von Menschenhandel aufmerksam gemacht.

Die indische Partnerorganisation MSS Seva veranstaltete einen Orientierungsworkshop mit Mitgliedern der Spezialeinheit gegen Menschenhandel der indischen Polizei, um auf die wachsende Gefährdung von Mädchen und Frauen im Projektgebiet, aufmerksam zu machen. Der nepalesische Partner MAITI Nepal hielt Kulturprogramme und eine Rally ab, an der auch der stellvertretende Premierminister von Nepal teilnahm.

Die Partnerorganisation Rights Jessore – mit der AWO International seit Juli ein neues Projekt gegen Menschenhandel gestartet hat - organisierte eine Kundgebung vor dem Rathaus der Stadt Jessore im Osten Bangladeschs. Hotlines gegen Menschenhandel wurden in drei Distrikten gestartet. Die stellvertretende Distriktleiterin von Jessore wies auf die Bedeutung von Aufklärung in den Siedlungsgebieten nahe der indischen Grenze hin und der Distriktinspektor der Polizei teilte seine Mobiltelefonnummer mit Menschenrechtsaktivisten, mit dem Hinweis ihn persönlich zu kontaktieren, wenn es Hinweise auf Menschenhändler gibt.

Das Kooperationsprojekt mit Rights Jessore beinhaltet die Stärkung von 5 Komitees gegen Menschenhandel (CTC - Counter Trafficking Committees) auf kommunaler Ebene und den Aufbau von 15 Gemeindeorganisationen zum Schutz vor Menschenhandel (CVG - Community Vigilance Groups) im Grenzgebiet von Bangladesch und Indien. Den CTCs gehören Vertreter von Polizei, Verwaltungen, Politischer Parteien und zivilgesellschaftlicher Organisationen an. Sie werden vor allem bei der Rettung von potentiellen Opfern und Überlebenden des Menschenhandels aktiv. Die CVGs agieren auf Gemeindeebene und werden mit diversen Kampagnen für Aufklärung sorgen und die soziale Re-Integration von Überlebenden begleiten. Ihnen gehören Mitglieder von Jugendklubs, Lehrer, traditionelle Autoritäten und ein örtlicher Arzt und Imam (islamische Geistliche) an.         

Bangladesch, Indien und Nepal sind Hochrisikogebiete für Menschenhandel. Alleine in Bangladesch gab es zwischen Juli 2014 und Juni 2015 insgesamt 6.545 registrierte Fälle von Menschenhandel. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Bisher ermöglichte unsere Partnerorganisation Rights Jessore 663 Opfern von Menschenhandel die Rückkehr aus Indien in ihr Heimatland Bangladesch.

Mit unserem Spendenfonds "Migration und Menschenhandel" leisten wir unbürokratische Hilfe für die Opfer von Menschenhandel; zum Beispiel Rettungsaktionen in den Ziel- und Heimatländern.

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