10. März 2016

Aktionen zum Weltfrauentag

Anlässlich des Internationalen Frauentags haben Partnerorganisationen von AWO International am 8. März mit vielfältigen Aktionen für mehr Geschlechtergerechtigkeit und gegen sexuelle Gewalt demonstriert. Noch immer sind Frauen weltweit massiv benachteiligt, werden ausgebeutet und sind besonders von extremer Armut betroffen.

Protestzug von Mitra in Indonesien.Protestzug von Mitra in Indonesien. (Foto: MITRA)

Mit Kundgebungen, Pressekonferenzen, öffentlichen Veranstaltungen und Aktionen und haben unsere Partnerorganisationen in Südasien, Südostasien und Mittelamerika anlässlich des Weltfrauentags am 8. März auf die Situation der Frauen aufmerksam gemacht. Noch immer sind Frauen weltweit benachteiligt, werden ausgebeutet und sind besonders von extremer Armut betroffen.


Südasien

Im Bardiya-Distrikt in Westnepal war auch in diesem Jahr unsere Partnerorganisation SPACE aktiv dabei. Neben Kundgebungen, um für die Rechte von Frauen zu sensibilisieren, gab es ein Begleitprogramm mit Liedern gegen häusliche Gewalt, einem Essay-Wettbewerb und ein Frauenfußball-Turnier. Am Abend wurden Kerzen angezündet, um den Opfern häuslicher Gewalt zu gedenken.

Unsere neue Partnerorganisation MAITI – eine Pionierorganisation im Bereich Prävention von Menschenhandel von Frauen und Mädchen – machte darauf aufmerksam, dass es einen massiven Anstieg von geschlechterspezifischer Gewalt in Nepal gibt, wie zum Beispiel Zwangsverheiratungen, Vergewaltigungen oder Säureattacken. „Wir müssen uns für mehr Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit in unserer Gesellschaft einsetzen. Und wir müssen dafür sorgen, dass die Täter strafrechtlich verfolgt werden!“, so Anuradha Koirala, Gründerin von MAITI. Auch die Partnerorganisation POURAKHI hat in mehreren Distrikten Nepals Kundgebungen organisiert und mit einer Sonderausgabe des von AWO International unterstützen Radioprogramms die Öffentlichkeit über Menschenhandel und Zwangsverheiratung informiert.

In Indien haben die Partnerorganisationen MSS Seva und MADHYAM Foundation diverse Aktionen organisiert: Mehr als tausend Frauen forderten mit dem Slogan des Weltfrauentags „Make it happen!“ mehr gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe. Mit einer Petition setzten sich die Frauen dafür ein, dass staatliche Akteure zukünftig mehr gegen sexuelle Gewalt unternehmen. Auch in Indien ist die Anzahl von Vergewaltigungen stark angestiegen.

In Bangladesch machte WARBE insbesondere auf die Situation von Arbeitsmigrantinnen aufmerksam, die in den Zielländern wirtschaftlich und sexuell ausgebeutet werden. Auf der Pressekonferenz forderte WARBE die Regierung auf, adäquate Schutzmechanismen für Arbeitsmigrantinnen zu installieren, wie z.B. Schutzhäuser und Rechtsbeistand für Frauen, die im Zielland ausgebeutet werden.

Mittelamerika und Mexiko

Für ein „gewaltfreies Leben in Freiheit“: Hunderte guatemaltekische Frauen sind am 8. März auf die Straße gegangen, um für Gleichberechtigung und gegen sexuelle Gewalt gegenüber Frauen zu protestieren. Auch in vielen anderen Ländern gab es Demonstrationen.

Unser Projektpartner Cantera hat junge Frauen und Männer mobilisiert, die in den Armensiedlungen von Managua Aktionen durchgeführt haben, um die Bevölkerung für die Themen Frauenrechte zu sensibilisieren. In den von “Machismo“ geprägten Gesellschaften Mittelamerikas gehören Diskriminierung, Benachteiligung und häusliche Gewalt zum Alltag: „Umso wichtiger ist es, Jugendliche für diese Themen zu sensibilisieren“, so Karin Eder, Büroleiterin von AWO International.

Die Partnerorganisation Centro Juvenil Generando Dignidad führte Aktionen in Schulen durch und zeigte einen Dokumentarfilm zur Frauenbewegung. Mit dem Slogan „Frau, diese Botschaft ist für Dich“ wurden Jugendliche eingeladen, um ihre Rechte öffentlich einzufordern. Die Teilnehmer/innen sollten Sätze für die Frauen formulieren, die sie anerkennen. Dieser Satz drückt vielleicht das aus was eine junge Frau über ihre Mutter oder Freundin denkt: Ich bewundere Dich, weil Du stark bist und mir trotz Deiner Probleme zuhörst und mir mit Rat zur Seite stehst.

Südostasien

Und auch in Südostasien waren Partnerorganisationen dabei: „Saya, Perempuan Anti Korupsi!“ stand auf den Plakaten der Teilnehmer/innen, die unsere Partnerorganisation Mitra in Yogyakarta Indonesien organisiert hat. Übersetzt bedeutet der Slogan: „Ich, Frauen gegen Korruption“. Die Bewegung setzt sich für mehr politische und wirtschaftliche Teilhabe ein und sieht Frauen als zentrale Figuren in der Korruptionsbekämpfung. In Davao auf den Philippinen hat Talikala an den zentralen Kundgebungen teilgenommen.

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