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28. Mai 2020

Erdbeben 2017 in Mexiko: 14 Familien freuen sich über ihre neuen Häuser

Bei dem Erbeben am 19. September 2017 kamen insgesamt 369 Menschen in Zentralmexiko ums Leben. Viele Gebäude stürzten durch das Beben ein oder wurden stark beschädigt und dadurch unbewohnbar. Durch unser einjähriges Projekt konnten wir die Häuser von 14 Familien erfolgreich renovieren bzw. neu bauen.

Alle packen mit an: Gemeinsam bauen 14 Familien ihre zerstörten Häuser wieder auf. (Foto: AWO International)Alle packen mit an: Gemeinsam bauen 14 Familien ihre zerstörten Häuser wieder auf. (Foto: AWO International)

Das Epizentrum des starken Erdbebens befand sich im Bundesstaat Morelos, 120 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt. Von den insgesamt 33 Gemeinden waren 20 schwer betroffen, einige vollkommen zerstört. Mehr als 20.000 Haushalte erlitten Schäden. Auch zwei Jahre später lagen die Häuser vieler Familien noch in Trümmern: Sie verfügten weder über die finanziellen Mittel ihre Häuser wieder aufzubauen oder zu renovieren, noch erhielten sie staatliche Hilfen.

Ein partizipatives Aufbauprojekt

Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Fundación Comunidad und finanzieller Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft, wählten wir jeweils sieben Familien aus den Gemeinden Xoxocotla im Südwesten und Ocuituco im Nordosten für das Wiederaufbauprojekt aus. Sie alle hatten weder staatliche Unterstützung erhalten noch eigene finanzielle Mittel vorzuweisen. Einzige Voraussetzung: Die Bereitschaft der Familien, aktiv bei dem Aufbau bzw. der Renovierung ihres Hauses mitzuarbeiten sowie an Fortbildungen teilzunehmen und ihr Wissen an andere Gemeindemitglieder weiterzugeben. Begleitet wurden sie von Bauexpert*innen der nahegelegenen Universität sowie Architekt*innen. Ein besonderer Fokus lag auf einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Bauweise, die zugleich die lokale Wirtschaft unterstützen sollte - daher wurden lokale Produkte genutzt und Wasserspeicher oder Kompostiersysteme installiert. In Xoxocotla konnten so drei Häuser neu gebaut und vier renoviert werden, in Ocuituco wurden sechs Häuser wieder aufgebaut.

"Das hat mein Leben verändert"

Alle begünstigten Familien nahmen an Workshops teil, um die Zusammenarbeit, Solidarität und Beteiligung in der Gemeinschaft zu stärken. Zudem schulten wir in Katastrophen - und Notfallvorsorge und erarbeiteten Notfallpläne und Evakuierungswege für etwaige zukünftige Erdbeben. Auch die Themen Geschlechtergerechtigkeit und häusliche Gewalt standen auf dem Plan. Adriana Pineda, Mutter von vier Kindern, nahm gemeinsam mit ihrem Mann an den Schulungen teil und berichtet stolz:

Ich bin besonders dankbar für die Workshops. Das hat mein Leben verändert, denn jetzt leben wir in unserer Ehe gleichberechtigt.

Alle Teilnehmenden tragen ihr erlerntes Wissen an Nachbarn, Freunde und Familie weiter und werden so zu Multiplikator*innen.

Unser Regionalbüro in Guatemala erarbeitete zu diesem Projekt ein Dossier, das Sie hier einsehen können (Spanisch).

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