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04. Februar 2020

AWO International beim "Globalen Forum für Migration und Entwicklung"

In Ecuador fand vom 20. bis zum 24. Januar das "Globale Forum für Migration und Entwicklung" statt. Vertreter*innen von AWO International aus Asien und Lateinamerika nahmen teil, um die Zivilgesellschaft zu vertreten.

Vertreter*innen von AWO International und Partnerorganisationen aus Mittelamerika und Asien beim GFMD (Foto: AWO International)Vertreter*innen von AWO International und Partnerorganisationen aus Mittelamerika und Asien beim GFMD (Foto: AWO International)

Unter dem Motto „Nachhaltige Ansätze zur menschlichen Mobilität: Rechte verteidigen, staatliche Stellen stärken und die Entwicklung durch Partnerschaften und kollektives Handeln vorantreiben" trafen sich zum zwölften Mal Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Organisationen und offizielle Delegierte aus über 120 Ländern der Welt, um gemeinsam über eine inklusive und nachhaltige Entwicklungsstrategie zu beraten. Ebenfalls anwesend waren Vertreter*innen der Wirtschaft und der Vereinten Nationen (UNO). Das Forum wurde aufgrund der weltweit steigenden Flüchtlingszahlen ins Leben gerufen. 2017 und 2018 wurde im Rahmen des GFMD in Deutschland und Marokko der Entwurf für den Globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration (Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration (GCM)) erarbeitet und letztendlich 2018 verabschiedet. Der Global Compact for Migration wurde von insgesamt 152 Staaten unterzeichnet, wobei die USA gegen den Pakt gestimmt hatten.

Auf dem diesjährigen "Global Forum on Migration and Development" erarbeiteten die Vertreter*innen von Regierungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen über fünf Tage hinweg Strategien und Ziele für die internationale Entwicklung und Migration. Zudem wurde eruiert, inwiefern die internationale Staatengemeindschaft den Pakt von 2018 umsetzt. Die Teilnehmer*innen setzen sich mit Migration als Teil der städtischen und ländlichen Entwicklungsstrategie auseinander und behandelten die Frage, welche Rolle, Verantwortung und Ressourcen Regierungen im Zusammenhang mit Migration besitzen.

AWO International war als Repräsentant der Zivilgesellschaft gleich mehrfach vertreten. Aus der Region Mittelamerika waren Vertreter*innen der lokalen Partnerorganisationen anwesend, die bereits 2017 am GFMD in Berlin teilnahmen. Die lateinamerikanischen Teilnehmer*innen trafen vor Ort auf zwei Vertreterinnen anderer Partnerorganisationen von AWO International: Ellene Sana der philippinischen NGO Centre for Migrant Advocacy und Manju Gurung des nepalesischen Partners POURAKHI, nahmen ebenfalls aktiv am Forum teil. Auf diese Weise fand auch ein Austausch über Erfahrungen und Strategien in der Migrationsarbeit zwischen verschiedenen Partnerorganisationen von AWO International statt.

Am Wochenende vor dem offiziellen Forum traf sich außerdem der Bloque Latinoamericano sobre Migración (dt.: lateinamerikanischer Block zur Migration), der aus insgesamt 64 Organisationen besteht, um seine Strategie und Zielsetzung zu diskutieren. Die angereisten Vertreter*innen unserer Partnerorganisationen aus Zentralamerika und Mexiko waren Teil der 22 Teilnehmer*innen, die NGOs von Argentinien bis Mexiko vertraten. Außerdem nahmen auch zwei US-amerikanische Vertreter*innen einer texanischen Organisation als Gasthörer an dem Treffen teil. Der Bloque Latinoamericano sobre Migración ruft dazu auf, die Migration als Recht anzusehen, die Kriminalisierung von Migrant*innen zu stoppen und radikal gegen Rassismus vorzugehen. Speziell an die Regierungen auf dem amerikanischen Kontinent gilt der Appell, dass der Grundsatz der Nichtzurückweisung eingehalten und die Praxis der „Abschiebelager“ und Familientrennung unterbunden wird, da diese eine Verletzung der Menschenrechte darstellen. Des Weiteren soll die Unterzeichnung von sogenannten Abkommen zu „sicheren Drittstaaten“ und anderen Migrationsabkommen gestoppt werden. Außerdem rufen die Vertreter*innen des Bloque Latinoamericano die Nationen dazu auf, den wirtschaftlichen Beitrag der lateinamerikanischen Gemeinschaften in den Zielländern anzuerkennen, da diese die Wirtschaft der Herkunftsländer durch Rücküberweisungen unterstützen (teilweise bis zu 20 Prozent des nationalen BIP).