02. Januar 2019

Wirkungen, Wissensmanagement und Wissenstransfer in Mittelamerika

Mit einem Workshop zu den Themen Wirkungen, Wissensmanagement und Wissenstransfer endete 2018 das Regionalprogramm zur Jugendförderung und Gewaltprävention. Mit dabei waren auch unsere Partner*innen des neuen Programms zum Thema Migration.

Unser Abschlussworkshop des Regionalprogramms zur Jugendgewaltprävention mit alten und neuen Projektpartnern (Foto: AWO International).Unser Abschlussworkshop des Regionalprogramms zur Jugendgewaltprävention mit alten und neuen Projektpartnern (Foto: AWO International).

Zusammen mit der Moderatorin Annette Berger haben die Mitarbeiterinnen des Regionalbüros zum Ende des Jahres 2018 einen viertägigen Workshop mit insgesamt 76 Teilnehmer*innen durchgeführt.   Mit dabei waren Geschäftsführer*innen unserer Partnerorganisationen, Projektleiter*innen, Projektmitarbeiter*innen und auch jugendliche Projektteilnehmer*innen.

Der Workshop fand im Zusammenhang mit einem längeren Prozess des Wissensmanagements statt, um die Erkenntnisse und Erfahrungen aus bis zu zwölf Jahren Zusammenarbeit nicht verloren gehen zu lassen. Das bedeutet, dass sowohl unsere Partner aus dem Programm zur Jugendgewaltprävention als auch die neuen Partner, die mit uns ab 2019 das Thema Migration bearbeiten werden, am Workshop teilgenommen haben. So sollte ein Austausch und Wissenstransfer zwischen den Partnern stattfinden und auch Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit gefunden werden, zum Beispiel in Netzwerken oder Verbänden.

Der Workshop war sehr interaktiv und dementsprechend die Motivation, Teilnahme und der Enthusiasmus der Teilnehmer*innen sehr hoch. Es wurden Themen bearbeitet wie Teamarbeit, zu dem eine große Holzplattform als Metapher für ein Projekt von den verschiedenen Teilnehmer*innen im Gleichgewicht gehalten werden musste. Und wie hat es am besten funktioniert? Mit ganz, ganz enger Zusammenarbeit. Und natürlich ist dabei jeder einzelne gefragt, mit seinen Stärken und Schwächen. Doch ist das, was wir als unsere Schwächen bezeichnen würden, wirklich immer negativ? Die Antwort fanden die Teilnehmer*innen auf dem „Markt der schlechten Eigenschaften“: Schwächen haben immer auch eine positive Seite, die sich gut verkaufen lässt!

Um den Austausch weiter voranzutreiben, haben sich die Partnerorganisationen in einem Café Mundial zu drei Themen diskutiert: Was haben wir erreicht und wie? Welche Risiken und Hindernisse gab es dabei? Was hat sich für die Zielgruppe wirklich geändert? Dazu hat sich jede Organisation zuerst selbst Gedanken gemacht, um die Erfahrungen jeder Organisation in Expertengruppen zu diskutieren, die nach Geschäftsführer*innen, Projektmitarbeiter*innen und Jugendliche aufgeteilt waren. Die Erkenntnisse aus dem Vergleich der verschiedenen Organisationen und Personengruppen wurde dann erneut in der Organisation besprochen.

Als schöne Übergabe der alten Projektpartner an die neuen, wurde anhand eines großen Meeres die Geschichte von AWO International und den Partnern visualisiert: Angefangen von der Gründung der AWO vor 100 Jahren, der Professionalisierung der Entwicklungszusammenarbeit mit AWO International, der Gründung des Regionalbüros in Guatemala im Jahr 2011 und das gesamte Regionalprogramm der Jugendgewaltprävention, das sich in vier Phasen unterteilt hat. Während diesen zwölf Jahren sind wir mit unseren Partnerorganisationen, mit ihren ganz individuell gestalteten und ausgestatteten Schiffen, durch teilweise schwere See von Insel zu Insel gesegelt und haben viel erlebt und gelernt. Jetzt verlassen einige Organisationen die Flotte, aber trotzdem besteht der Wunsch, weiterhin in Kontakt zu bleiben und zusammenzuarbeiten. Das kam auch bei der Reflexion zum aktuellen Stand und der weiteren Planung der Organisationen zum Ausdruck.

Zum Schluss gab es, wie es sich für Seefahrer gehört, einen Schatz für die „Neuen“ von den „Alten“. Darin konnten Ratschläge, Empfehlungen, motivierende Sprüche und gute Wünsche gefunden werden, alle von Herzen und mit viel Leidenschaft gebastelt. Alles in allem war es ein lehrreicher Workshop, mit neuen persönlichen Erkenntnissen, Stärkung der Organisationen, neuen Methoden und vor allem einem regen Austausch.

Die öffentliche Vorstellung der Wirkungen des Programms

Am 29. November konnten wir dann die Wirkungen und Leistungen in einem früheren Kino in Guatemala Stadt einem breiteren Publikum vorstellen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Michael Grewe, Leiter der Entwicklungszusammenarbeit an der Botschaft Guatemala. In seiner Rede machte er auf die besondere Strategie von AWO aufmerksam: Die Förderung von sozialen Strukturen. Das bedeutet, dass zuerst unsere Partnerorganisationen gestärkt werden, die in unserem Fall wiederum Jugendorganisationen, Frauengruppen oder Komitees in Schulen fördern und dadurch schlussendlich die einzelnen Mitglieder der Strukturen.

Danach stellte Ingrid Lebherz, die Geschäftsführerin von AWO International aus Berlin, die verschiedenen Phasen des Programmes genauer vor, die ein gemeinsamer Lernprozess für AWO und ihre Partnerorganisationen waren. Dass das Programm wirklich Wirkung zeigt wurde dann durch das Video des von AWO organisierten Jugendaustausches aller Partnerorganisationen im Jahr 2017 deutlich.

Ein weiterer interessanter Programmpunkt war das Gesprächsforum, dass von Annette Berger geleitet wurde, der Moderatorin des Workshops, in dem verschiedene Stimmen und Sichtweisen zum Ausdruck kamen. Miladys Díaz von ADM machte zum Beispiel darauf aufmerksam, dass es als Projektleiterin nicht immer einfach ist, den verschiedenen Ansprüchen der Projektleiterinnen von AWO, der Mitarbeitenden im Projekt selbst und dann noch der Zielgruppe gleichzeitig gerecht zu werden. Karla Lara, eine Jugendliche aus dem Projekt mit IMU, erzählte, dass ihre Teilnahme an den Fortbildungen, vor allem die Arbeit an einem eigenen „Lebensprojekt“ mit festgelegten Zielen, ihr Leben verändert hat und sie inzwischen keine Angst mehr hat, ihre Meinung zu sagen. Karin Eder, die Leiterin des Regionalbüros Zentralamerika und Mexiko erklärte abschließend noch die thematische Neuausrichtung des Folgeprogramms: Schon im Jahr 2014 wurde die besondere Bedeutung der Migration in der Region, vor allem auch im Zusammenhang mit der ganzheitlichen Entwicklung und Entfaltungsmöglichkeiten für Jugendliche. Deshalb wurden schon damals neue Partnerorganisationen mit diesem Schwerpunkt ausgewählt und so ein Übergang geschaffen. Jugendliche bleiben somit auch weiterhin ein Schwerpunkt der Arbeit im Migrationszyklus.

Als letzter Programmpunkt wurde die in den letzten Monaten erarbeitete Systematisierung der verschiedenen Erfahrungen der Partner und der erreichten Veränderungen vorgestellt und feierlich an alle Organisationen übergeben.

Somit beginnt ein neues Programm im Regionalbüro Zentralamerika und Mexiko, aber das angesammelte Wissen und die geknüpften Kontakte wurden weitergegeben. Wir hoffen, dass wir unsere gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnerorganisationen auch weiterhin beibehalten können und erneut viele Veränderungen mit unserem Programm anstoßen können.

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