08. Januar 2018

„Wir haben es satt!“-Demo für eine gerechte Agrarpolitik in Berlin

Zum Auftakt der „Grünen Woche“ treffen sich am 20. Januar 2018 Landwirtschaftsminister*innen aus der ganzen Welt in Berlin. Während sie drinnen über Essen und Landwirtschaft entscheiden wollen, demonstriert ein breites Bündnis von Bäuer*innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen im Rahmen der Kampagne „Wir haben es satt!“ für eine gerechte Agrarpolitik. Wir sind wieder dabei.

AWO International ruft gemeinsam mit einem breiten Trägerkreis am 20. Januar 2018 zur Demo für faire Agrarpolitik auf.AWO International ruft gemeinsam mit einem breiten Trägerkreis am 20. Januar 2018 zur Demo für faire Agrarpolitik auf.

Als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige ist die Landwirtschaft in allen Erscheinungsformen nicht aus unseren Leben wegzudenken – sowohl in Deutschland, als auch weltweit. Dabei beobachten wir einige Schieflagen, die uns als Fachverband für internationale Zusammenarbeit der Arbeiterwohlfahrt nicht unberührt lassen:

  • Weltweit nimmt die Kooperation und Konzentration von großen Unternehmen in den Bereichen Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Anbau, Transport und Handel zu. So werden Milliarden mit unserer Ernährung verdient und globale Ungleichgewichte verstärkt. Das Nachsehen haben sowohl in Deutschland und Europa, als auch weltweit kleinere landwirtschaftliche Betriebe und Kleinbäuer*innen, die dem verschärften Wettbewerb und Technologisierungsdruck nicht standhalten können.
  • Soziale Ungleichheit wird weltweit durch ungerechte Handelsbeziehungen verstärkt. In Deutschland wird eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise zunehmend eine Frage des Einkommens, während niedrige Preise für Fleisch- und Fertigprodukte und hohe Preise für frisches Obst und Gemüse falsche Kaufanreize setzen – eine Folge von ungerechter Subventionspolitik, die große Auswirkungen auf dem Weltmarkt verursachen.
  • Wissen über nachhaltige und gesunde Ernährung geht verloren und konzentriert sich bei Bildungsgewinner*innen. Diese Entwicklung wird durch Armut und wachsende Ungleichheit verstärkt: wer in Deutschland arm ist, ernährt sich einseitiger, ungesünder und ist häufiger von sog. Zivilisationskrankheiten betroffen. Zur gleichen Zeit sind weltweit Menschen, die in absoluter Armut leben und auf Subsistenz-Landwirtschaft angewiesen sind, besonders von politischen, sozialen und ökologischen Krisen betroffen. Dies wurde erneut seit Ende 2017 deutlich, seitdem in Mittel- und Ostafrika sowie im Jemen Tausende von Hunger betroffen sind.

AWO International beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder an der Kampagne „Wir haben es satt!“. Wir möchten euch herzlich dazu einladen, gemeinsam mit uns für eine Ernährungspolitik zu demonstrieren, die auf regionale und nachhaltige Lebensmittel setzt und eine gerechte landwirtschaftliche Entwicklung in Europa und weltweit fördert.

AWO-International-Treffpunkt zur Demo: Samstag, 20. Januar 2018, 11 Uhr, Berlin Hauptbahnhof (Ecke Friedrich-List-Ufer/Hugo-Preuß-Brücke). Alle Informationen zur Demo und der Kampagne auf www.wir-haben-es-satt.de   

Im Rahmen unseres entwicklungspolitischen Bildungsangebots bieten wir Workshops und mobile Methodenboxen unter anderem zum Thema Ernährung Global („Es ist genug für alle da“) an. Das Material ermöglicht einen regionalen und globalen Blick über den Tellerrand. Der Schwerpunkt liegt auf den Themenbereichen Lebensmittelverschwendung, Ernährungsgerechtigkeit und Landnutzung sowie Welthandel und fairer Handel. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf den eigenen Konsum, sondern auch auf ungerechte globale Landnutzungs- und Handelsstrukturen.

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