14. Juni 2018

Schwerer Vulkanausbruch in Guatemala

Beim Ausbruch des Feuervulkans Fuego in Guatemala sind mindestens 110 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 12.000 Menschen mussten evakuiert werden. AWO International hat umgehend Spendenmittel aus dem Nothilfefonds für die Nothilfe zur Verfügung gestellt. Unser Team vor Ort hat mit ersten Hilfsmaßnahmen begonnen.

Nach dem Ausbruch des Feuervulkans Fuego in Guatemala (Foto: Luis Soto/picture alliance / AP Photo)Nach dem Ausbruch des Feuervulkans Fuego in Guatemala (Foto: Luis Soto/picture alliance / AP Photo)

Aktualisiert am 14. Juni 2018

Es ist einer der schwersten und tödlichsten Vulkanausbrüche der letzten Jahre in Guatemala: Am 3. Juni kam es zu einem massiven Ausbruch des Feuervulkans Fuego. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden sind von der heißen Lava und den Schlamm- und Gerölllawinen zerstört worden, insbesondere die Gemeinden El Rodeo, La Trinidad und San Miguel Los Lotes. Ganze Landstriche sind mit Asche bedeckt. AWO International hat umgehend Spendenmittel aus dem Nothilfefonds zur Verfügung gestellt, damit unser Team in Guatemala schnell humanitäre Hilfe leisten kann.

Mehr als 12.000 Personen mussten evakuiert werden, über 4.000 Menschen sind in Notunterkünften untergebracht. Zudem werden mindestens 200 Personen weiterhin vermisst. „Wir befürchten, dass das Ausmaß der Katastrophe viel schlimmer ist, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Neben der Versorgung ist die psychologische Untersetzung der Betroffenen Menschen besonders wichtig, denn Sie haben alles verloren“, so Karin Eder. Insgesamt sind 1,7 Millionen Menschen vom Ausbruch betroffen.

„Wir haben heute die Notunterkunft Escuela Tipo Federación in Escuintla besucht, etwa 750 Menschen sind hier untergebracht“, berichtet Karin Eder, Leiterin des AWO International Büros in Guatemala. „Die Berichte der Überlebenden aus den besonders schwer betroffenen Gemeinden sind erschütternd. San Miguel Los Lotes zum Beispiel ist nicht mehr bewohnbar, die Regierung hat die Gemeinde zum Friedhof erklärt. Viele Familien haben Angehörige verloren. Psychologinnen von unserer Partnerorganisation ECAP sind vor Ort leisten psychosoziale Unterstützung“, so Eder.

"Der Feuervulkan hat unsere Familie in Asche eingehüllt"

Lauriano Davila lebte mit seiner Familie in der Gemeinde San Miguel des Lotes, die durch den Vulkanausbruch komplett zerstört wurde. „Stellen Sie sich mal vor, dass Sie heute noch mit Ihrer Familie zusammen sind und morgen ist von denen niemand mehr da. Der Feuervulkan hat unsere Familie in Asche eingehüllt“, erzählt Lauriano Davila. Er hat zwei seiner Kinder und sieben weitere Familienmitglieder verloren. Lauriano hat nur überlebt, weil er außerhalb seiner Gemeinde arbeiten war. „Ich habe versucht, nach Hause zu fahren, um zu helfen. Aber das war nicht mehr möglich“, erzählt er.

"Wir haben bereits den Vulkanausbruch von 1974 erlebt. Dieses Mal ist es sehr viel schlimmer"

Auch Don Pedro Concoba (78) und María Caneldaría Rodriguez (72) mussten ihre Gemeinde El Rodeo verlassen. „Wir sind mit dem geflohen, was wir in dem Moment am Körper getragen haben“, sagt Don Pedro. „Wir haben bereits den Vulkanausbruch von 1974 erlebt, aber das war nicht das gleiche. Dieses Mal ist es sehr viel schlimmer. Ich war damals 12 Jahre alt, damals wurden wir auch hierher gebracht. Aber nach fünf Tagen konnten wir wieder in unsere Gemeinde zurück. Jetzt wissen wir nicht einmal, wann wir zurückkehren können“, erzählt María Caneldaría Rodriguez.

Die meisten Bewohner*innen können noch nicht in ihre Gemeinden zurück und werden erstmal weiterhin in provisorischen Notunterkünften unterkommen müssen. Unsere Kolleg*innen vor Ort leisten gemeinsam mit unserer lokalen Partner*innen Hilfe.

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Stichwort: Vulkanausbruch Guatemala
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AWO International ist Mitglied von Aktion Deutschland Hilft, dem Bündnis renommierter deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten.