20. Juni 2018

Faire Woche 2018: Gemeinsam für ein gutes Klima und Gerechtigkeit

Seit mehr als 15 Jahren lädt die Faire Woche jeden September dazu ein, über 2.000 Veranstaltungen zum Fairen Handel in ihrer Region zu besuchen oder selbst zu organisieren. Jedes Jahr beteiligen sich auch zahlreiche Mitglieder von AWO International und informieren in unserem Verband über die Vorteile dieser Alternative zum etablierten Welthandel.

Die Faire Woche 2018 hat begonnen! Auch dieses Jahr ist die AWO wieder mit dabei.Die Faire Woche 2018 hat begonnen! Auch dieses Jahr ist die AWO wieder mit dabei.

Wie funktioniert der Faire Handel? Garantierte Abnahmepreise ermöglichen den Erzeuger*innen, unabhängig von schwankenden Weltmarktpreisen zu planen. Kooperative und genossenschaftliche Besitzstrukturen erreichen gemeinsam Verbesserungen beim Anbau und der Vermarktung ihrer Produkte. Garantierte Fairtrade-Prämien werden für technische Innovationen, soziale Investitionen und Maßnahmen zur Stärkung der Kooperativen genutzt. Dabei spielt die Anpassung an den Klimawandel für die Erzeuger*innen-Gemeinschaften eine immer wichtigere Rolle.

Keine soziale Gerechtigkeit ohne Klimagerechtigkeit

Die Erderwärmung stellt insbesondere kleinbäuerliche Landwirt*innen im globalen Süden vor große Herausforderungen, während der Klimawandel in den industrialisierten Ländern des globalen Nordens immer noch ein eher abstraktes, theoretisches Phänomen darstellt. Auch wir in Deutschland zählen sowohl zu den größten Verursachern, als auch zu den reichsten Profiteuren der fossilen Energienutzung. Bislang treffen die größten Klimaschäden jene, deren Treibhausgasemissionen am niedrigsten sind. Insbesondere Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind besonders für die Folgen der Klimaerwärmung anfällig, da unterschiedlicher auftretende Niederschläge, plötzliche Überflutungen oder Trockenperioden zu unvorhersehbaren und gravierenden Ernteverlusten führen, da sich viele Nutzpflanzen wie Kaffee oder Kakao an die eigentlich stabilen Wetterverhältnisse in den Tropen angepasst haben. Kleinbäuerlichen Landwirt*innen fehlen nicht nur Zugänge zu aktuellen Prognosen und Forschungsergebnissen, sondern insbesondere auch Ressourcen, um plötzliche Ernteausfälle abzufedern, neue Anbauflächen zu erschließen oder in zusätzliche Bewässerungssystem zu investieren. Dabei „führt kaum ein Weg an einer kleinbäuerlichen Landwirtschaft vorbei, wenn die Weltbevölkerung in Zukunft nachhaltig ernährt werden soll“, meint Dr. Ruben Quaas, Referent für Fairen Handel bei Brot für die Welt.

Maximal eine Tonne CO2 pro Person dürfen wir laut Umweltbundesamt im Jahr ausstoßen, wenn wir die Erderwärmung gemäß den Pariser Klimazielen auf 2°C begrenzen wollen. Auch Verbände der Freien Wohlfahrtspflege wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben sich ausdrücklich zu dieser Zielformulierung bekannt und sind nun gefordert, ihren Beitrag zu leisten.nnerhalb von drei Jahren entwickeln dafür 30 Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet Klimaschutzpläne und leiten daraus konkrete Maßnahmen ab. Anschließend werden die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen und der so geleistete Beitrag zum Klimaschutz evaluiert. So wird erstmals ein systematischer und ganzheitlicher Klimaschutz in stationären Pflegeeinrichtungen erprobt. Kern des Projekts ist der sogenannte CO2-Fußabdruck für stationäre Einrichtungen, welchen der AWO Bundesverband gemeinsam mit Viabono entwickelt hat. Jede Einrichtung erfasst diesen zweimal im Projekt. Zu Beginn dient er als Bestandsaufnahme und Basis für das Entwickeln der Klimaschutzpläne. Die zweite Erfassung ist als Evaluation anzusehen. So kann festgestellt werden, welche Maßnahmen wirksam waren und wo nachgesteuert werden sollte. Weitere Informationen zum Projekt Klimafreundlich Pflegen

Ungleichheit beenden

Denn nicht nur im globalen Süden sind Menschen zunehmend von Ungleichheit betroffen. Auch in Deutschland erleben wir, wie die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht. Insbesondere Kinder- und Altersarmut nimmt zu. Die Löhne von besser Verdienenden haben in den letzten Jahren überdurchschnittlich zugelegt, während untere Einkommensgruppen teilweise sogar Einkommensverluste verkraften. Daher nimmt der Kampf gegen zunehmende Ungleichheit auch in der globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung eine wichtige Rolle ein: Um auch künftigen Generationen eine Menschenrechte erfüllende Lebensgrundlage und einen sozial und ökologisch intakte Lebenswelt zu hinterlassen, müssen vor allem die unteren 40 % der Einkommensgruppen von Lohnsteigerungen überdurchschnittlich profitieren. Diese Forderung der Agenda 2030 richtet vor allem auf gerechte Steuersysteme, den Kampf gegen Steuervermeidung, nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sowie faire Handelsbeziehungen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene den Blick. Gemeinsam mit unseren europäischen Projekt- und Bündnispartner*innen nutzen wir die Aktionswoche, um in vielfältiger Form auf Ungleichheit aufmerksam zu machen. Machen Sie mit!   

Weitere Informationen zum diesjährigen Thema „Gemeinsam für ein gutes Klima“:

Factsheet 1: Der Klimawandel – Eine globale Herausforderung

Factsheet 2: Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen

Factsheet 3: Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Klimawandel

Hier finden Sie alle Informationen und Veranstaltungen zur Fairen Woche!

Wie Ungleichheit auch beim Klimawandel eine Rolle spielt, erfahren Sie in unserem neuen Infoclip!

 

 

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