07. März 2018

Einsatz für die nachhaltigen Entwicklungsziele

Acht Monate nach Beginn des Projekts "Make Europe Sustainable for All" haben sich 28 Organisationen aus 15 europäischen Ländern in Brüssel getroffen, um eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und kommende Aktivitäten zu planen. AWO International war dabei.

28 Organisationen aus 15 Ländern: Die europäische Projektgruppe Make Europe Sustainable for All (Foto: EEB/ SDG Watch Europe)28 Organisationen aus 15 Ländern: Die europäische Projektgruppe Make Europe Sustainable for All (Foto: EEB/ SDG Watch Europe)

Das dreijährige Projekt „Make Europe Sustainable for All“ vernetzt zivilgesellschaftliche Organisationen aus ganz Europa, um auf die Agenda 2030 und die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung aufmerksam zu machen und den Umsetzungsprozess kritisch zu begleiten. Im ersten Projektjahr steht das Thema Ungleichheit und das damit verbundene Entwicklungsziel 10 (Reduzierte Ungleichheiten) im Fokus der Aktivitäten. Im Rahmen dieses Projektes entwickelten wir in enger Zusammenarbeit mit unseren deutschen und europäischen Partnerorganisationen eine Postkartenkampagne zur Bundestagswahl, machten in unseren sozialen Medien auf die Bedeutung dieser Ziele für unseren Verband aufmerksam und planen weitere Informations- und Bildungsmaterialien zur Agenda 2030.

Vernetzung und Austausch auf europäischer Ebene ist ein wichtiger Aspekt des Projektes, das durch die Europäische Union finanziell gefördert wird. Dazu trafen sich alle Projekt- und Netzwerkpartner auf europäischer Ebene, um sich über bisherige und geplante Aktivitäten auszutauschen und um voneinander Anregungen für die weitere Projektplanung zu sammeln. Dabei wurde die Vielfalt und Kreativität deutlich, um andere Organisationen und die Öffentlichkeit über die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu informieren: So wurde in Litauen zum Beispiel ein Netzwerk von „SDG-Botschafter*innen“ gebildet, die sich auf kommunaler Ebene für die Verwirklichung der Ziele einsetzen. Unseren Projektpartnern in Italien, Irland, Spanien, Griechenland und Österreich ist es in den vergangenen Monaten gelungen, nationale Plattformen zu gründen, die Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt, um die Umsetzung der Ziele durch die nationalen Regierungen kritisch zu begleiten.

Das Projekt hat auch zum Ziel, europäische Dachverbände zu vernetzen und die Umsetzung der Ziele durch die Europäische Union zu beobachten. Die dazu gegründete Plattform „SDG Watch Europe“ konnte in den ersten Projektmonaten ihre Mitgliederzahl verdoppeln und umfasst nun über 50 zivilgesellschaftliche Organisationen und Verbände, die das Netzwerktreffen auch dazu nutzten, um mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments ins Gespräch zu kommen. Die Abgeordneten fassten beim Panel den Stand der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsagenda durch die Kommission zusammen und zeigten Herausforderungen für die kommenden Jahre auf.

Um eine kohärente Umsetzung auf europäischer Ebene zu erreichen, müssen die parlamentarischen Ausschüsse stärker zusammenarbeiten, um die stark auf Querschnittsthemen ausgerichtete Agenda 2030 umzusetzen. Die Fachpolitiker*innen müssen also öfters über ihren „Ausschussrand“ blicken, um die Folgen beschlossener Richtlinien auf andere gesellschaftliche und ökologische Bereiche einzuschätzen. AWO International nutzte gemeinsam mit unseren deutschen Projektpartnern Forum Umwelt und Entwicklung, WECF und dem AWO-Europabeauftragten Alexander Friedrich die Gelegenheit, mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen. Dabei erörterten wir die globale, europäische und nationale Bedeutung der Agenda 2030 und machten auf den zivilgesellschaftlichen Monitoringprozess aufmerksam, der auch in Deutschland die Umsetzung der Ziele kritisch begleitet.

Bereits am 23. März gibt es die nächste Gelegenheit, um sich mit anderen Organisationen und Akteur*innen zu vernetzen: Das globale „Festival for SDG Action“ der Vereinten Nationen findet vom 20. bis 23. März in Bonn statt. AWO International thematisiert dort gemeinsam mit Forum Umwelt und Entwicklung und WECF in einen Workshop die Herausforderungen, die in der Bekanntmachung und Kommunikation der globalen Nachhaltigkeitsagenda liegen sowie Handlungsstrategien, um diese bekannter zu machen. Der Workshop heißt „Reaching Outside the SDG Bubble“ und findet von 11:30 bis 13 Uhr im Fireside Restaurant statt. Unsere französischen Projektpartner von der Organisation 4D sind zudem mit einem Projekt für den „UN SDG Action Award“ nominiert und wir drücken die Daumen!

Weitere Informationen zum Global Festival of Action for SDG finden Sie hier.

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