GEMEINSAM FÜR EINE GERECHTE WELT

Materialien zum Download

Die Methoden im Reader “AWO-WERTE GLOBAL GEDACHT” geben unterschiedliche Impulse, wie während Aktionen, Veranstaltungen und Bildungsangebote globale Missstände veranschaulicht und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen mobilisiert werden
können, um sich basierend auf unseren Werten für eine gerechte, nachhaltige globale
Entwicklung und gerechte Beziehungen zwischen dem Globalen Norden und Süden
einzusetzen. Einige Materialien der Methoden finden Sie hier zum Download.

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung

Am 25. September 2015 wurden die neuen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDG) in der Generealversammlung der Vereinigten Staaten verabschiedet. Die 17 Ziele dienen zum einen als Orientierung zur Nachhaltigkeitspolitik von Ländern und zum anderen liefern sie einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht nur ökologische, sondern auch soziale Nachhaltigkeit meint, wie zum Beispiel Reduzierung von Ungleichheit und verantwortungsbewusste Produktions- und Konsumweisen. AWO International rückt zudem folgende Nachhaltigkeitsziele in den Fokus ihrer Arbeit: Armut in allen Formen und überall beenden (SDG 1), Geschlechtergleichstellung erreichen (SDG 5) und Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern (SDG 10).

Methode: Entwicklungsbegriff – Eine Einführung

Inhalt:

Das Konzept „Entwicklung“ spielt in Diskursen rund um die Weltwirtschaft und die Lösung der globalen Ungleichheit eine wesentliche Rolle. Die Methode hilft dabei, den Entwicklungsbegriff besser einordnen zu können.

Material und Bereitstellungsform: 

  • Marker, Pinnwand, Moderationskarten, (z. B. aus Restpapier), Stifte, Papier, Flipchartpapier (Selbst bereitstellen)
  • Internetzugang, PC/Laptop  (Selbst bereitstellen)
  • Text „Was ändert’s?“ (zum Download)
  • Video „Africa For Norway – New charity single out now!“ von SAIH Norway (Online, YouTube)

Freiheit

Freiheit bedeutet, selbstbestimmt und menschenwürdig zu leben, frei zu sein von Willkür, von Not und Furcht um die eigene Existenz. Die Freiheit des Einzelnen entsteht auch durch die Gemeinschaft. Um sich frei entfalten zu können, braucht jeder Mensch materielle Sicherheit. Die eigene Freiheit verpflichtet uns, sich der Vernunft zu bedienen und endet dort, wo sie die Freiheit anderer verletzt.

Methode: Bewegungsfreiheit und Freizügigkeit: Das Reisepass-Quartett

Inhalt: 

Im Reisepass-Quartett lassen Spieler*innen Reisepässe verschiedener Länder gegeneinander antreten. Damit wird im Spielverlauf auf die Problematik des globalen Machtungleichgewichtes und der unfairen Visavergabepraxis auf spielerische Art und Weise direkt verwiesen. Visaanträge für die EU von Menschen aus Ländern des Globalen Südenswerden überdurchschnittlich häufig und meist subjektiv mit der Begründung angeblich fehlender ‚Rückkehrbereitschaft‘ abgelehnt und Menschen ausgegrenzt, die aus beruflichen oder privaten Gründen die Grenze überschreiten möchten. Das Spiel hat den Anspruch aufzuklären, zur Selbstreflexion einzuladen und auch zu provozieren.

Material und Bereitstellungsform: 

Methode: Das Faden-Spiel: Freiheit und Zugehörigkeit

Inhalt: 

Die Teilnehmenden finden heraus, was mit der Freiheit des/der Einzelnen im Zusammentreffen mit den Freiheiten anderer geschieht sowie welche Rolle Gruppenzugehörigkeit für das Freiheitsgefühl Einzelner und die Einschränkungen, die sich daraus ableiten, spielt.

Material und Bereitstellungsform: 

  • Mehrere Wollknäuel und Scheren, Papier/Stifte (Selbst bereitstellen)

Methode: Menschenrechte sind Freiheitsrechte

Inhalt: 

Unsere Freiheitsrechte sind zugleich auch Menschenrechte. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sagt allen Menschen zu, dass sie sich frei entfalten können – doch sowohl damals wie heute werden diese Rechte nicht für alle verwirklicht. Wie ist der Stand heute, 71 Jahre nach der Unterzeichnung im Jahr 1948, sowohl in Deutschland als auch weltweit?

Material und Bereitstellungsform: 

 

Gleichheit

Gleichheit gründet in der gleichen Würde aller Menschen. Sie verlangt gleiche Rechte vor dem Gesetz, gleiche Chancen am politischen und sozialen Geschehen teilzunehmen, das Recht auf soziale Absicherung und die Gleichstellung aller Geschlechter.

Methode: The Winner takes it all?

Inhalt: 

Die Frage, wie Wohlstand verteilt wird und welche Folgen das für jeden einzelnen Menschen und die Gesellschaft insgesamt hat, ist in den letzten Jahren wieder zu einem zentralen Thema in der politischen Diskussion geworden. Dass soziale Ungleichheit ein globales Problem ist, führen immer neue Studien und Zahlen drastisch vor Augen: Die 42 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – knapp 4 Milliarden Menschen. Und in Deutschland? Immer noch lebt jedes fünfte Kind in Deutschland unter der Armutsgrenze, immer noch sind die Aufstiegschancen in Deutschland stark vom Einkommen der Familien abhängig und immer mehr Wohn- und Lebensräume werden privatisiert und den Regeln des freien Marktes unterworfen.

Material und Bereitstellungsform: 

Methode: Chancengleichheit verstehen – Das süße Leben für alle

Inhalt: 

Chancengleichheit ist ein zentraler Begriff in allen Gerechtigkeitsdebatten. Dennoch können Menschen, die mehr Chancen für ihre Entfaltung als andere erhielten, nur schwer nachempfinden, wie sich die jeweils andere Gruppe fühlt, denen Chancen bislang eher verwehrt blieben – und andersherum. Dieses Spiel ermöglicht es den Teilnehmenden, Chancenungleichheit zu erleben und nachzuempfinden.

Material und Bereitstellungsform: 

  • 25 von 1 bis 25 nummerierte Zettel oder Moderationskarten (Selbst bereitstellen, z. B. aus Restpapier)
  • 19 von 1 bis 19 nummerierte Lose (Selbst bereitstellen)
  • 2 Packungen Waffeln oder ähnliche Süßigkeiten (Selbst bereitstellen, aus fairem Handel)
  • 1 Tafel Schokolade (Selbst bereitstellen, aus fairem Handel)

 

Gerechtigkeit

Gerechtigkeit herrscht, wenn der einzelne Mensch frei ist, solidarisch mit den anderen handelt und die gleichen Chancen im Leben hat. Um das zu erreichen, braucht es staatliche Steuerung und Umverteilung: Gerechtigkeit ist auch Verteilungsgerechtigkeit. So wird gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft durch Bildung, Kultur und soziale Bürgerrechte möglich. Soziale Ungleichheit darf nicht dazu führen, dass Vermögende über andere verfügen können.

Methode: Das gute, gerechte Leben für alle

Inhalt: 

Wohlstand und gerechte Verteilung von Gütern werden aktuell im Großteil der Welt unter monetären Gesichtspunkten gemessen. Diese Methode zeigt auf, dass noch weitere Ansätze eines guten Lebens existieren, die andere Faktoren als ausschließlich wirtschaftliche berücksichtigen.

Material und Bereitstellungsform: 

  • Flipchart, Marker, Stifte, Papier, Moderationskarten (Selbst bereitstellen, z. B. aus Restpapier)
  • PC/Laptop, Beamer, Internetanschluss  (Selbst bereitstellen)

Methode: Vertiefung: Das gute, gerechte Leben für alle – buen vivir

Inhalt: 

In Lateinamerika (und anderswo) schlagen angesichts der Krise des westlichen Modells immer mehr Menschen, soziale Bewegungen und auch Regierungen eine neue Philosophie vor: Um einen wirklich nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt zu schaffen, darf wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr vor Umweltschutz und sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit stehen. Dabei beziehen sie sich unter anderem auf traditionelle indigene Konzepte wie das des ‚Buen Vivir‘. Der Ansatz des „Guten Lebens“ beschreibt die philosophischen Grundlagen eines nachhaltigen Lebens für alle im Einklang mit Natur und Umwelt. Dabei wird den Interessen der Menschen und der Natur Vorrang vor wirtschaftlicher Entwicklung und Reichtum für einige Wenige eingeräumt. Der Ansatz steht im Kontext der indigenen Traditionen, aber auch der jüngeren Abkehr vom westlichen Entwicklungsdenken durch verschiedene soziale Bewegungen in Lateinamerika. Die Vorstellung eines „Guten Lebens“ wird mittlerweile von vielen gesellschaftlichen Akteur*innen aufgegriffen und neu gedacht. In Bolivien und Ecuador hat das Konzept bereits Eingang in die neuen Verfassungen gefunden und soll politisch handlungsanleitend werden. In Deutschland und Europa stößt der Ansatz des ‚Buen Vivir‘ auf großes Interesse und es stellt sich die Frage, was wir hier, für unsere auf Wohlstand und Wachstum orientierten Gesellschaften, davon lernen können.

Material und Bereitstellungsform: 

  • Moderationskarten/Papier für Plakate  (Selbst bereitstellen, z. B. aus Papierresten)
  • Textmaterial (zum Download)

 

Solidarität

Solidarität entsteht in der Gemeinschaft. Sie bedeutet, füreinander einzustehen und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal anderer zu überwinden. Die Verantwortung und Verpflichtung der Menschen untereinander gilt zwischen dem*der Starken und dem*der Schwachen. Sie kann nur wechselseitig funktionieren. Der Staat macht durch Rechtsverpflichtungen Solidarität bindend. Im kollektiven Zusammenschluss haben die Menschen die Kraft, sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung zu wehren. Wer in Not gerät, kann sich auf die Solidarität der Gesellschaft verlassen. Solidarität darf niemanden ausschließen.

Methode: Solidarische Landwirtschaft

Inhalt: 

In der „SoLaWi“ werden die Kosten landwirtschaftlicher Produktion von privaten Haushalten getragen, welche dafür anteilig den Ernteertrag erhalten. Zudem bekommen die Verbraucher*innen einen Einblick in die Produktion von ökologischen sowie regional erzeugten Lebensmitteln. Durch den persönlichen Bezug zueinander erfahren sowohl die Erzeuger*innen als auch die Verbraucher*innen die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft. 

Material und Bereitstellungsform: 

  • Weitere Informationen (Online)

Methode: Planspiel – Unser fairer Anteil

Inhalt: 

Die gegenwärtige Form des Welthandels hat Wurzeln, die teilweise weit zurückreichen. Diese Methode verbindet aktuelle Debatten um faire Produktions- und Handelsbedingungen mit einer historischen Perspektive auf Welthandel als koloniales Erbe. 

Material und Bereitstellungsform: 

  • Rollenkarten, Bananen (aus fairem Handel), 30 x 1-Cent-Stücke, Tische für Kleingruppen (Selbst bereitstellen)

 

Toleranz

Toleranz erwächst aus dem Bewusstsein, dass jeder Mensch in seiner Unterschiedlichkeit anerkannt wird. Abweichende, fremde und andersartige Meinungen, Ideen, Normen, religiöse Überzeugungen und Gewohnheiten sind solange zuzulassen, wie sie vereinbar mit unseren Grundrechten und Grundwerten sind. Die Vielfalt der Menschen ist durch Gesetze zu schützen. Toleranz lebt vom freien Austausch aller über die Normen in der Gesellschaft.

Methode: Mein Name ist Dennizs!

Inhalt: 

Die Methode behandelt Selbst- und Fremdwahrnehmung, stellt unterschiedliche Identitätsmerkmale sowie deren Zusammenspiel in unterschiedlichen Unterdrückungsmechanismen innerhalb der Gesellschaft dar und geht auf das Konzept der Intersektionalität ein. 

Material und Bereitstellungsform: 

  • Moderationskarten (z. B. aus Restpapier), Stifte, Flipchart oder Pinnwand, ggf. Laptop/Beamer (Selbst bereitstellen)
  • Bild von Dennizs ohne die erklärenden Begriffe (zum Download)