
Vertreterin einer Musahar Basisorganisation (Bild: AWO International)
Advocacy Workshop unseres Partners Manav Seva Santstan (MSS) in Gorakhpur
Am 16. Januar 2010 führte unsere Partnerorganisation Manav Seva Santstan (MSS) einen Advocacy Workshop im Maharajganj Distrikt im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh durch, um die Rechte der Musahar auf Distriktebene zu vertreten.
Die Musahar Community ist eine ökonomisch und sozial besonders ausgegrenzte Gruppe unter den Unberührbaren im östlichen Uttar Pradesh. Ihre Diskriminierung geht soweit, dass sie die Teile der Dörfer, welche von höheren Kasten bewohnt sind, nicht ohne besondere Einladung betreten dürfen. Obwohl die Musahar ein Anrecht auf die Förderung durch Regierungsprogramme haben, sind sie sich dessen entweder nicht bewusst oder sie sind zu zurückhaltend, um diese in Anspruch zu nehmen. Viele Musahar Gemeinden erhalten zum Beispiel keine Bezugsscheine und bekommen deshalb in den öffentlichen Verteilungszentralen auch kein Getreide zu günstigen Preisen.
Ziel des Workshops war es deshalb, Basisorganisationen zu stärken und ihre Rolle im Entwicklungsprozess zu fördern. Außerdem sollte der Workshop ein günstiges Klima für die aktive Interaktion zwischen Regierungsbehörden, Nichtregierungsorganisationen (NROs), Basisorganisationen und Professoren des Fachbereichs schaffen.
Am Workshop haben unter anderen der Distriktkommissar von Gorakhpur, Shri Mohanty, Vertreter/innen der Organisation Manav Seva Santstan (MSS), Hochschulprofessoren und Mitglieder der Musahar Basisorganisationen von Nichlaul teilgenommen:
Mitglieder der Organisation MSS betonten, dass die Gründung von Basisorganisationen enorm wichtig sei, um die problematische Situation der Musahar zu verbessern. Denn als unabhängige Interessengruppe können diese für ihre Rechte und für den Erhalt von Versorgungsleistungen kämpfen.
Professor Shri Ram Krishna Tripathi erklärte, dass es zwar Förderungsprogramme der Regierung für marginalisierte Bevölkerungsgruppen gebe, die Musahar selbst aber herausfinden müssten, wie sie diese für ihre eigenen Zwecke am besten nutzen könnten.
Der Ehrengast Shri Mohanty, Distriktkommissar von Gorakhpur, hingegen merkte an, dass die Erreichbarkeit und Qualität von Regierungsprogrammen deutlich verbessert werden müssten. Deshalb wolle er das Projekt durch folgende Aktivitäten unterstützen:
• Tuberkulose Camps
• ein Mittagessen-Programm für Kinder aus „Anganwadis“ (von der Regierung finanzierte Mutter-Kind-Heime), das von den Basisorganisationen umgesetzt werden soll
• die Verteilung der “Land Pattas” (Land in Privatbesitz) mit Beginn im April 2010
Außerdem versprach Shri Mohanty, sich noch gründlicher mit den Angelegenheiten der Musahar auseinanderzusetzen und die kommunalen und lokalen Beamten entsprechend anzuweisen.
Durch diesen Workshop ist es gelungen, Verantwortliche der Regierung mit Vertretern/innen der Musahar Community zusammenzubringen. Die Ergebnisse machen Hoffnung, dass die Regierung die Erreichbarkeit ihrer Programme verbessert und die Musahar Basisorganisationen gestärkt und gefördert werden. Daher war der Workshop ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur sozialen Inklusion der Musahar.
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