Prävention von Kinderhandel und Kinderprostitution

Funktionsträger/innen der Gemeinden werden über Kinderrechte informiert. Foto: AWO International

Das Team von Child Alert vor dem Büro in Mindanao. Foto: AWO International

 Auf den Philippinen stellt Kinderhandel ein immer größer werdendes Problem dar. In einer 2002 veröffentlichten Studie schätzt die Organisation Asia ACTs den Anteil Minderjähriger am externen Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung in Prostitution oder Pornographie auf ca. 25 Prozent. Zielländer sind neben dem Mittleren Osten Japan, Malaysia, China, Taiwan, die USA, Australien, Neuseeland auch europäische Länder. 

In den Kinderhandel sind fast alle gesellschaftlichen Ebenen involviert. Das Spektrum reicht von Eltern, Familienangehörigen, Freunden und Freundinnen über lokal, regional und international operierende Schlepper, Agenten, Arbeitgeber/innen, Zuhälter und Syndikate bis hin zu Angehörigen von Polizei, Militär und öffentlicher Verwaltung. Neben der großen Nachfrage nach kommerziellem Sex wird Kinderhandel von einem Zusammenwirken ökonomischer, sozialer und kultureller Faktoren begünstigt. Die unausgewogene wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung, fehlender Landbesitz sowie bewaffnete Konflikte verstärken seit Jahrzehnten die Migration in die urbanen Zentren. Dies betrifft besonders die junge Generation armer Bevölkerungsschichten, der es aufgrund des schlechten Zugangs zu Bildung und Ausbildung an Zukunftsperspektiven fehlt. 

Immerhin wurde 2003 auf den Philippinen ein Gesetz gegen Menschenhandel erlassen. Dennoch wird Kinderhandel selten angezeigt, Täter werden kaum vor Gericht gestellt oder verhaftet. Von Seiten des Staates gibt es bisher keine nachhaltigen Initiativen, um die Ursachen für Menschenhandel, d. h. die sozialen und ökonomischen Probleme im Land, anzugehen. Nach Angaben des National Inter-Agency Council Against Trafficking kommen die meisten Opfer von Menschenhandel aus den Provinzen Visayas und Mindanao. 

Die Nichtregierungsorganisation Child Alert Mindanao führt mit Unterstützung von AWO International in den 120 Barangays (größeren Dorfgemeinschaften) der Provinz Davao del Norte Aufklärungsprogramme zur Vermeidung von Kinderhandel und Prävention von Kinderprostitution durch. Angesprochen werden ca. 1.200 Erwachsene und 3.600 Kinder. In Kinderrechten geschult und beraten werden hauptsächlich Barangay-Funktionäre, d.h. Polizisten/innen, Komitee- und Ratsmitglieder, Lehrer/innen und Behördenangestellte. Child Alert Mindanao führt außerdem umfassende Informationskampagnen durch, um die Öffentlichkeit für die Problematik des Kinderhandels zu sensibilisieren. 

Projektinfo

Projekt
Building Capacities of Communities to Stop Child Trafficking in The Province of Davao del Norte, Mindanao
Ort/Region
Provinz Davao del Norte mit 120 Barangays
Partner
Child Alert Mindanao
Zielgruppe
Barangay-Funktionäre/innen, Polizisten/innen, Komitee-Mitglieder, Ratsmitglieder, Lehrer/innen und Behördenangestellte
Aktivitäten
  • Training und Beratung von Barangay-Funktionären/innen
  • Informationskampagnen in der Öffentlichkeit
  • Netzwerkbildung 
Laufzeit
2015-2017
Budget
60.000 Euro p.a.
Förderer
BMZ
Background