Jahrhundertflut in Pakistan – Lage von Millionen Menschen weiter dramatisch

oben: zerstörte Brücke in Agra (Charsadda); unten:
Debora Neumann mit Betroffenen in Nowshera (Fotos:SAH)

oben: zerstörte Brücke in Agra (Charsadda); unten:
Debora Neumann mit Betroffenen in Nowshera (Fotos:SAH)
Berlin, 19.08.2010. Nach den schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten in Pakistan ruft AWO International zu Spenden für die Opfer auf. In Pakistan steht nach andauernden heftigen Regenfällen mittlerweile ein Drittel des Landes unter Wasser. 1.600 Menschen verloren in den Fluten ihr Leben, 20 Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, sechs Millionen benötigen dringend Hilfe. Ein Ausbruch von Cholera wird derzeit befürchtet.
AWO International unterstützt den Einsatz des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH), langjähriger Partner in der Humanitären Hilfe, in Pakistan und bittet dafür um Spenden. Das SAH leistet in den Distrikten Charsadda und Nowshera in der Nähe der Hauptstadt Islamabad Hilfe. Hier im Nordwesten hat es besonders viele Opfer gegeben.
Debora Neumann koordiniert die Hilfsmaßnahmen des SAH vor Ort: „Das Wasser in den betroffenen Gebieten fließt zurzeit langsam ab und zeigt nun deutlich den Zerstörungsgrad der Katastrophe. Häuser, Gärten, Straßen und Felder, die die Flutwellen übriggelassen haben, sind meterhoch mit Schlamm und Sand bedeckt. Häuser, die noch stehen, müssen erst einmal ausgegraben werden.“ Deshalb wird das SAH Bergungs- und Grabmaterial sowie Zeltplanen an die betroffene Bevölkerung verteilen. Außerdem sollen so bald wie möglich provisorische Notunterkünfte, einfache Holzkonstruktionen, gebaut werden.
AWO International bittet dringend um Spenden für die Flutopfer in Pakistan:
AWO International, Stichwort "Pakistan"
Spendenkonto 10 11 12
BfS 100 205 00
Kampagne "Deine Stimme gegen Armut"

MDG-Säulenaktion am Brandenburger Tor (Foto: AWO International)
Noch immer stirbt alle drei Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut. Dieses Sterben könnte verhindert werden. Die Aktion „Deine Stimme gegen Armut“, unter anderem unterstützt vom entwicklungspolitischen Bündnis VENRO, fordert deshalb von den politisch Verantwortlichen mehr Engagement im Kampf gegen die weltweite Armut. Im Juni begann eine Kampagne, die bis zum Weltarmutsgipfel im September dieses Jahres laufen soll: Zwölf Tatort-Kommissare erheben in einem TV-Spot ihre Stimme gegen Armut. Ziel ist es, die Bevölkerung für die Entwicklungsziele zu mobilisieren und gemeinsam Druck auf die Politik auszuüben.
Zusätzlich zum TV-Spot startete „Deine Stimme gegen Armut“ in ganz Deutschland eine Flashmob-Aktion. Dazu wurde der Skandal, dass alle drei Sekunden ein Kind an den Folgen extremer Armut stirbt, mit einem Leichenumriss auf Straßen und öffentlichen Plätzen visualisiert. In den vergangenen Wochen war dieser Umriss bereits in einigen Städten Deutschlands zu sehen.
Auch mit der MDG-Säulenaktion wollte Deine Stimme gegen Armut gemeinsam mit anderen entwicklungspolitischen Bündnissen der Forderung nach einem Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) Nachdruck verleihen: Aktivisten/-innen füllten am 15.06.2010 vor dem Brandenburger Tor in Berlin acht Plexiglassäulen von zwei Metern Höhe mit Gegenständen wie Reis, Schulheften, Medikamentenschachteln und Wasserflaschen – genau bis zu der Höhe, die dem derzeitigen Stand der Umsetzung der MDG in Afrika entspricht.
Was muss getan werden, damit die Staatengemeinschaft ihr Versprechen, bis 2015 die Armut zu halbieren, einlösen kann? VENRO hatte bereits vor der Bundestagswahl im letzten Jahr von der neuen Bundesregierung gefordert, einen MDG-Aktionsplan zu erarbeiten. Mit dem Bericht „5 vor 2015“, den VENRO und die Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ zusammen mit acht Partnerbündnissen entworfen hat, wird diese Forderung konkretisiert. Der Bericht zieht Bilanz und gibt der Bundesregierung konkrete Empfehlungen, wie die Milleniumsentwicklungsziele erreicht werden können.
Mehr Informationen sowie Möglichkeiten der Beteiligung durch Unterschriften, Petitionen usw. auf der Website von „Deine Stimme gegen Armut“. Auch Ihre Stimme zählt, werden Sie aktiv!
Medizinische Soforthilfe und Aufbau einer Schule in Haiti

Zeltklinik Dr. Foblas; zerstörte Schule (Fotos AWO International)

Zeltklinik Dr. Foblas; zerstörte Schule (Fotos AWO International)

Zeltklinik Dr. Foblas; zerstörte Schule (Fotos AWO International)
Infolge des verheerenden Erdbebens in Haiti vom 12. Januar dieses Jahres haben mehr als 220.000 Menschen ihr Leben verloren, 250.000 Menschen wurden verletzt und 1,5 Millionen obdachlos. Haiti wird noch lange auf Nothilfe angewiesen sein. AWO International ist seit Ende Januar in Haiti im Einsatz. Die Hilfsmaßnahmen und Wiederaufbauprojekte konzentrieren sich auf den Distrikt Petit Goave mit der gleichnamigen Stadt, etwa 60 km westlich von Port-au-Prince gelegen, und auf Croix-des-Bouquets, einen Vorort von Port-au-Prince. Ab Mitte April wird unsere Mitarbeiterin Catharina Weule die Projekte vor Ort betreuen und koordinieren.
In Petit Goave haben AWO International und andere Mitgliedsorganisationen im Bündnis Aktion Deutschland Hilft (ADH) gemeinsam mehrere Verteilungen von Hilfsgütern und Lebensmitteln durchgeführt. 3.000 Familien konnten mit Lebensmitteln wie Reis, Maismehl und proteinhaltigen Keksen und 700 Familien mit Hygiene-Artikeln und Notpaketen versorgt werden.
Langfristig wird AWO International in Petit Goave den Wiederaufbau und die Ausstattung einer Schule im Bezirk L’Acule unterstützen. In dem zweistöckigen Gebäude, das vom Erdbeben enorm beschädigt wurde, und einem Bungalow, der komplett zerstört wurde, befanden sich ein Kindergarten, eine Sekundarschule, ein College und eine Highschool für insgesamt etwa 500 Kinder. Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase: Oberste Priorität hat eine erdbeben- und hurricanresistente Bauweise. Erste Gespräch mit Bauunternehmen haben stattgefunden.
AWO International leistet außerdem in vier Flüchtlingslagern, die in Croix-des-Bouquets am Stadtrand von Port-au-Prince liegen, Hilfe. Dort leben etwa 10.000 Menschen, die durch das Erdbeben ihre Häuser verloren haben, unter äußerst prekären Bedingungen: Es gibt wenig zu essen, kein sauberes Wasser, keine sanitären Einrichtungen, kein sicheres Dach über dem Kopf. Zunehmend grassieren Krankheiten wie Malaria, Fieber und Durchfall. AWO International hat zusammen mit dem Arbeiter-Samariter-Bund in jedem Lager dringend benötigte Lebensmittel (vor allem Reis und Sojabohnen) verteilt.
„Die Trostlosigkeit des Lebens in den Notlagern ist krass. Die Kinder leiden besonders unter diesen schlimmen Bedingungen“, berichtet Axel Schmidt, Mitarbeiter von AWO International. Geplant ist, in jedem Camp zusammen mit Müttern, die zu Kindergärtnerinnen ausgebildet werden, Child Friendly Spaces, Schutzräume für Kinder, aufzubauen. Für die oft schwer traumatisierten Kinder wird ein sicheres Umfeld mit festen Strukturen und Möglichkeiten zum Spielen und Malen geschaffen, das letztendlich auch der Traumabewältigung dient.
AWO International unterstützt dort weiterhin die Zeltklinik des haitianischen Arztes Dr. Joseph Foblas, die im Februar ihren Betrieb aufgenommen hat und die Basisgesundheitsversorgung in den vier Notlagern gewährleistet. AWO International hat die Klinik bereits mit Medikamenten, medizinischem Material, Schlafmatten und Decken ausgestattet. Dr. Foblas ist auch Direktor der Organisation Centre de Santé et de Développement Intégré (CSDI), die sich seit 20 Jahren für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien in Haiti einsetzt.
Vielen Dank für Ihre Spenden!
Wir freuen uns sehr, dass Sie unseren Einsatz in Haiti so großartig unterstützen! Wir freuen uns über Aktionen wie Basare oder Schulfeste, mit denen Sie Gelder für uns sammeln, und über jeden Bericht, mit dem Sie in Ihren Mitarbeiterzeitungen auf unseren Einsatz in Haiti aufmerksam machen. Wir haben zahlreiche Spenden in Höhe von 2 Euro bis 10.000 Euro von AWO-Gliederungen und AWO-Mitgliedern sowie von Einzelpersonen erhalten. Der Spendenstand beträgt derzeit 43.395,07 Euro. Herzlichen Dank dafür!
AWO International bittet weiterhin um Spenden für den Wiederaufbau in Haiti:
AWO International e.V., Stichwort „Erdbeben auf Haiti“
Spendenkonto 10 11 12
Bank für Sozialwirtschaft,
BLZ: 100 205 00
Über die Lage der Menschenrechte und die Demokratiebewegung in Honduras

Berta Oliva, Menschenrechtsaktivistin aus Honduras,
bei einer Informationsveranstaltung im Berliner
Haus der Demokratie (Foto: Eva Usi).
Seit dem 27. Januar dieses Jahres, also sieben Monate nach dem Sturz von Präsident Manuel Zelaya, hat Honduras eine neue Regierung. Die Welle der Einschüchterung und Gewalt gegen Regierungskritiker/innen und Menschenrechtsaktivisten/innen hält an. Aufgrund der massiven Einschränkung der Pressefreiheit erfährt die internationale Öffentlichkeit davon jedoch wenig.
Um über die aktuelle Lage in Honduras und die anhaltenden Verletzungen der Menschenrechte zu informieren, haben Jesus Garza, technischer Koordinator des zivilgesellschaftlichen Netzwerks CHAAC (Coalición Hondureña de Acción Ciudadana), und Berta Oliva, Gründerin und Leiterin der Menschenrechtsorganisation COFADEH (Comité de Familiares de Detenidos y Desaparecidos en Honduras), vom 26. Februar bis 4. März 2010 mehrere europäische Länder besucht. AWO International, langjähriger Partner von COFADEH, hat zusammen mit anderen Nichtregierungsorganisationen diese Rundreise unterstützt.
Im Juni 2009 wurde der honduranische Präsident Manuel Zelaya aus seinem Amt geputscht und des Landes verwiesen. Danach befand sich Honduras im Ausnahmezustand: Im ganzen Land fanden Protestmärsche gegen die Absetzung Zelayas statt, die von Militär und Sicherheitskräften mit brutaler Gewalt aufgelöst wurden. Regierungskritiker/innen und Menschenrechtsaktivisten/innen wurden willkürlich verhaftet, eingeschüchtert, bedroht, getötet. Im September 2009 wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung außer Kraft gesetzt und die Pressefreiheit eingeschränkt. Viele Medienanstalten wurden geschlossen.
Amnesty International klagt Honduras wegen der systematischen Verletzung von Menschenrechten an. Berta Oliva nennt Zahlen: „COFADEH hat 790 Aktenordner, die Fälle schwerer Menschenrechtsverletzungen dokumentieren: 25 Familien mussten ins Exil gehen, um ihr Leben zu retten. 143 Menschen wurden wegen Terrorismus gegen den Staat angeklagt. 159 Menschen waren schwerer Folter ausgesetzt.“
Ende November 2009 fanden unter undemokratischen Bedingungen Präsidentschaftswahlen in Honduras statt. Am 27. Januar 2010 wurden die Regierungsgeschäfte an den Politiker Porfirio Lobo übergeben. Entgegen der offiziellen Darstellung ist damit die Demokratie nicht wieder hergestellt, wie Berta Oliva berichtet: „In den 30 Tagen seit Regierungsübernahme sind fünf Menschen ermordet worden, als sie an friedlichen Demonstrationen teilgenommen haben. Es wird für uns von Tag zu Tag schwerer, unsere Arbeit zu tun. Das Justizministerium verfolgt nicht die Menschenrechtsverletzungen, sondern uns, die wir die Menschenrechte verteidigen.“
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Bei...

