Ausgezeichnet: Film über Homosexuelle in Uganda
Am letzten Tag der Berlinale ist der Film „Call me Kuchu“ mit dem entwicklungspolitischen Filmpreis „Cinema fairbindet“ ausgezeichnet worden. Zuvor hatte er bereits den schwul-lesbischen Filmpreis Teddy für die beste Dokumentation erhalten. Der Film begleitet David Kato, den ersten sich öffentlich bekennenden schwulen Aktivisten Ugandas, und seine schwulen und lesbischen Mitstreiterinnen, die sogenannten Kuchus. Er erzählt von ihrem Leben in einem Klima aggressiver Homophobie, befeuert von den Medien und religiösen Fanatikern. In intensiven Bildern zeigt „Call me Kuchu“ ihren täglichen Kampf um Gleichberechtigung und ihren Kampf gegen das „Anti-Homosexualitäts-Gesetz“: Mit Unterstützung religiöser Gruppen soll in Uganda ein Gesetz durchgesetzt werden, das Freiheitsentzug und auch Todesstrafe für Homosexuelle vorsieht. Die Gesetzesinitiative wird von 95 % der Bevölkerung in Uganda unterstützt. Nur der Druck der internationalen Gemeinschaft konnte das Gesetz bislang verhindern.
Die unabhängige Jury (Hala Galal, Thomas Heinze, Ernst Szebedits, Dima Tarhini) zeichnet mit „Call me Kuchu“ einen Film aus, der das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung in den Fokus rückt und zugleich auf die Bedeutung internationaler Solidarität verweist. Der Queer-Bewegung in Uganda gibt er eine Stimme: „Wir haben das Recht zu leben. Wir haben das Recht, respektiert zu werden!“ Diese Botschaft trägt „Call me Kuchu“ jetzt auch nach Deutschland: Im Rahmen einer „Road-Show“ wird der Gewinnerfilm in 25 deutschen Städten gezeigt.
Der Preis „Cinema Fairbindet“ wird seit 2011 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Kooperation mit der Berlinale vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Auch die Tour des Films durch Deutschland wird vom BMZ finanziert. Minister Dirk Niebel betonte bei der diesjährigen Preisverleihung das Potential des Mediums Film, schwierige und sperrige Themen darzustellen und Anstoß für Veränderungsprozesse zu geben, denn: „Entwicklung beginnt hier, in der Mitte unserer Gesellschaft.“








