Geh' "weltwärts"!
AWO International bietet seit 2009 "weltwärts"-Plätze bei Partnerorganisationen in Mexiko und Nicaragua an: Bei der Menschenrechtsorganisation CODEHUCO in Comalcalco (Mexiko) und beim Verein für Gemeindeentwicklung ADM in Boaco (Nicaragua) arbeiten die "weltwärts"-Freiwilligen vor allem mit Kindern und Jugendlichen.
Wie werden die TeilnehmerInnen ausgewählt?
Was genau umfasst das pädagogische Begleitprogramm?
Das "weltwärts"-Programm
Seit Januar 2008 fördert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den Freiwilligendienst „weltwärts“ und gibt jungen Menschen damit die Gelegenheit, mit finanzieller Unterstützung zwischen sechs und 24 Monate nach Asien, Lateinamerika oder Afrika zu reisen, die Projektarbeit vor Ort kennen zu lernen und sich für entwicklungspolitische Themen zu engagieren.
Ausführliche Informationen rund um „weltwärts“ unter www.weltwaerts.de
Wer kann teilnehmen?
„Weltwärts“ richtet sich grundsätzlich an alle Frauen und Männer zwischen 18 und 28 Jahren, die weltoffen, sensibel und engagiert sind, sich für entwicklungspolitische Themen sowie für die Projekte und Projektländer interessieren und die Landessprache des Gastlandes sprechen.
Nur mit sprachlichen Grundkenntnissen ist eine tatkräftige Mitarbeit bei den Partnerorganisationen möglich.
AWO International hat auf Bitte der lokalen Partnerorganisationen entschieden, zunächst nur TeilnehmerInnen zu entsenden, die 12 Monate im Ausland bleiben möchten. Die Teilnahme am pädagogischen Begleitprogramm ist Voraussetzung.
Interessierte sollten zudem entweder einen Haupt- oder Realschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung beziehungsweise die Fachhochschulreife, die allgemeine Hochschulreife oder einen vergleichbaren Schulabschluss haben.
Als Fachorganisation der Arbeiterwohlfahrt möchten wir unsere Plätze bevorzugt jungen Menschen aus der AWO - also Ehrenamtlichen, Mitgliedern und MitarbeiterInnen – anbieten, damit sie ihre Erfahrungen während ihres Auslandseinsatzes und nach ihrer Rückkehr in den Verband hineintragen können.
Wie werden die Teilnehmer/innen ausgewählt?
Auf Grundlage der eingegangen Bewerbungen wird eine kleine Gruppe von Bewerbern/innen zu einem Bewerbungstag einladen. Die Auswahl der Teilnehmer/innen für die Projektplätze findet in Anschluss an das Seminar statt. Da immer zwei Jugendliche zeitgleich in der Projektregion sein werden, ist eine gute Teambildung ein wichtiges Kriterium.
Was kostet "weltwärts"?
Das BMZ fördert jede/n Freiwillige/n mit 580 Euro/Monat und deckt damit etwa 75% der anfallenden Kosten für Anreise, Unterkunft, pädagogische Begleitung, verschiedene Auslandsversicherungen und die Unterstützung der lokalen Partnerorganisation.
Die übrigen 25%, ca. 150,- € monatlich, werden von den Entsendeorganisationen übernommen und durch Spenden finanziert, die die TeilnehmerInnen in einem Spenderkreis akquirieren können. Sie können auch von AWO-Gliederungen entsandt und finanziell unterstützt werden.
Die Freiwilligen erhalten während des Auslandsaufenthaltes ein monatliches Taschengeld von 100 Euro. Davon müssen sie alle persönlichen Ausgaben vor Ort tragen. Die Jugendlichen kommen für Visagebühren, Impfkosten, Reiserücktrittsversicherung und mögliche Flugumbuchungen auf.
Falls Anspruch auf Kindergeld besteht, bleibt dieser auch während des Auslandsaufenthaltes in Abhängigkeit vom Geburtsjahr bestehen.
Die Projektpartner
Wie bei der Projektarbeit kooperiert AWO International auch bei „weltwärts“ mit lokalen Partnerorganisationen:
CODEHUCO, das Menschenrechtskomitee von Comalcalco in Mexiko, berät Frauen, Männer und Jugendliche bei Menschenrechtsverletzungen und führt Bildungsprogramme speziell für Jugendliche durch.
ADM, Verein für Gemeindeentwicklung (Asociación de Desarrollo Municipal), ist eine entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Managua, Nicaragua. Sie setzt sich auf lokaler Ebene für Gemeindeentwicklung, die Stärkung der Zivilgesellschaft und eine nachhaltige Landwirtschaft ein. Seit 2008 arbeitet sie mit Unterstützung von AWO International im Bereich Jugendgewaltprävention.
Die Projektländer
CODEHUCO arbeitet in Comalcalco, im Süden Mexikos. Die Gemeinde liegt im Bundesstaat Tabasco und ist eine Stunde Autofahrt von Villahermosa, der Hauptstadt des Bundesstaats, entfernt. Comalcalco ist ein ruhiger Ort mit ca. 25.000 Einwohnern/innen. CODEHUCO arbeitet im städtischen und ländlichen Bereich. Die ländlich gelegenen Dorfgemeinden sind häufig nur durch mehrstündige Auto- und Busfahrten zu erreichen.
Comalcalco verfügt über die grundlegende Infrastruktur einer Kleinstadt wie Geschäfte, Restaurants, Krankenversorgung und Bildungseinrichtungen.
Die Partnerorganisation ADM hat ihren Sitz in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua und arbeitet im Rahmen des Programms zur Prävention von Jugendgewalt in ausgewählten Gemeinden Boacos.
Die Themenfelder
Das Hauptthema ist der interkulturelle Austausch zwischen Jugendlichen.
Im Rahmen ihrer Menschenrechtsarbeit fördert CODEHUCO die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im städtischen und ländlichen Bereich. Dabei geht es darum, ihnen grundsätzliche Kenntnisse über ihre Rechte wie den Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bildung und ein Leben in Würde zu vermitteln. Weitere wichtige Themen sind Sexualität, Jugendgewalt und Medien. Die „weltwärts“-Teilnehmer/innen unterstützen diese Bildungsarbeit.
In Nicaragua werden die Freiwilligen die Projektarbeit von ADM im Bereich Jugendgewaltprävention kennen lernen und die Mitarbeiter/innen bei ihrer Arbeit im Distrikt Boacos begleiten. Zusätzlich sollen die Freiwilligen ein Freizeitprogramm für die Jugendlichen ausarbeiten und gestalten.
Was genau umfasst das pädagogische Begleitprogramm?
Einen Schwerpunkt der pädagogischen Begleitung stellt die Seminar- und Bildungsarbeit dar. Insgesamt nimmt jede/r Freiwillige an mindestens 25 Seminartagen teil, die sich in Begleitung, Vor- und Nachbereitung unterteilen. Die Inhalte und Schwerpunkte des Bildungsangebots ergeben sich einerseits aus der Einsatzregion und den Projektplätzen und werden andererseits der Heterogenität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angepasst. Eine gelingende Bildungsarbeit setzt voraus:
- die Fähigkeit und Bereitschaft, sich auf die Seminarsituation einzulassen
- ein Mindestmaß an Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft zu zeigen
- Regeln des Zusammenlebens in einer Gruppe zu akzeptieren.
Vorbereitung
Im Rahmen der Vorbereitung findet ein gemeinsames Seminar in Deutschland sowie nach Möglichkeit ein weiteres Vorbereitungsseminar in der Projektregion statt. Vor der Ausreise verbringen die Freiwilligen einige Tage im Aktionsbüro von AWO International, wo sie Einblick in die entwicklungspolitische Arbeit gewinnen, die Mitarbeiter/innen kennen lernen, sich in das für ihren Einsatz relevante Projekt einarbeiten. AWO International unterstützt die Freiwilligen in der Informationsarbeit gegenüber ihrem AWO-Verband und/oder Unterstützerkreis.
Begleitung
Die Freiwilligen sind in der Regel 12 Monate an einem Projektplatz. Nach ungefähr vier bis sechs Monaten findet ein Zwischenseminar in der Region statt. Dort treffen alle Freiwilligen zusammen, die in einer Region tätig sind (z.B. Mittelamerika, Südasien etc.). Das Zwischenseminar ermöglicht das Reflektieren der eigenen Projektarbeit. Ausgehend von den realen Erfahrungen der Freiwilligen werden interkulturelle, regionale und thematische Fragestellungen aufgearbeitet und die Anleitungs- und Arbeitssituation, der individuelle Lernprozess und die Wohn- und Lebenssituation am Einsatzort ausgewertet.
Nachbereitung
Die Nachbereitung besteht aus einem Auswertungsgespräch und dem Nachbereitungsseminar, an dem alle Freiwillige teilnehmen. Erfahrungen werden im entwicklungspolitischen Kontext analysiert und methodisch in entwicklungspolitische Inhalte übertragen. Das Ziel besteht darin, dass die Freiwilligen ihr Konzept der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit erstellen, mit dem sie ihre eigenen Erfahrungen in die AWO-Verbandsstrukturen einbringen.
Kontakt
Christiane Schulte
Tel.: 030 / 25292 232
E-Mail: christiane.schulte(a)awointernational.de
Foto: Deußen

